Koblenz - Bereits Anfang November hatte das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz einen Bericht vorgelegt, in dem es Weinproben aus Argentinien beanstandet hatte. Fünf Sorten waren betroffen. Jetzt hat das Amt erneut insgesamt 294 Weine analysiert - und ist erneut fündig geworden. In sechs weiteren Weinen habe man das Antibiotikum Natamycin nachgewiesen, teilte das LUA am Donnerstag mit. 75 der untersuchten Weine stammten aus Argentinien.
Eine Gesundheitsgefahr gehe von Natamycin zwar nicht aus, so das LUA. In Europa sei es jedoch verboten, Weine mit diesem Stoff zu behandeln beziehungsweise solche Weine einzuführen. Von den aktuell beanstandeten Weinen wurden drei aus dem Handel zurückgerufen, drei waren noch nicht in die Verkaufsregale gelangt. Die 110 überprüften Sorten aus der EU, davon 67 aus Deutschland, waren frei von Natamycin.
Bei den ersten Proben war ein Natamycin-Gehalt von 0,06 Milligramm pro Liter ermittelt worden. Die Substanz wirkt gegen Pilze und Hefen. Sie ist unter der Bezeichnung E 235 als Konservierungsstoff auf der Oberfläche bestimmter Käsesorten und auf getrockneten und gepökelten Würsten zugelassen.
Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung sollten Antibiotika ausschließlich in der Medizin eingesetzt werden, damit in der Bevölkerung keine unnötigen Resistenzen gegen sie entstehen.
cib/dpa
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