Aus Kopenhagen berichtet Christian Schwägerl
Den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Länder des Planeten wird der Mini-Staat aber nachhaltig in Erinnerung bleiben. Denn das Land hat dafür gesorgt, dass dem Klimagipfel von Kopenhagen ein kompletter Kollaps droht. Es ist 3.15 Uhr am Samstagmorgen, als Ian Fry aus Tuvalu im großen Plenarsaal mit zitternder Stimme das Wort erhebt. Der Vertreter eines 26 Quadratkilometer großen Landes mit 12.100 Einwohnen lehnt sich gegen die USA auf, gegen China, Indien, Brasilien - gegen all jene Staatschefs, die am Abend angeführt von US-Präsident Barack Obama einen "Deal" abgeschlossen haben wollen. Und abreisten, bevor sich das Plenum der Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen überhaupt mit ihren Vorschlägen befassen konnte.
"Wir führen unsere Verhandlungen nicht über die Medien, sondern hier im Plenum", sagt Ian Fry. Und dann beschreibt er, was der Konsens von rund 30 Staaten, an dem auch Entwicklungsländer beteiligt waren, für seine Nation bedeuten würde: "Den Tod."
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"Es sieht so aus, als würden uns 30 Silberlinge angeboten, um unser Volk und unsere Zukunft zu verraten", sagt Fry. "Doch unsere Zukunft steht nicht zum Verkauf." Er bedaure, aber Tuvalu könne den Kompromissentwurf nicht akzeptieren. Beifall brandet auf.
Mit diesem Eklat beginnt die Abschlusssitzung der Weltklimakonferenz.
Und plötzlich steht selbst der dürftige Minimalkompromiss vom Abend zur Disposition. Weil es auf Klimakonferenzen üblich ist, dass Beschlüsse einvernehmlich gefällt werden, droht dem Gastgeber Dänemark nun das absolute Fiasko - das komplette Scheitern des Gipfeltreffens ohne jede Abschlusserklärung.
"Müssen wir uns dafür erst die Hände abschneiden?"
Nach Tuvalu begehren auch noch Bolivien und Venezuela auf und attackieren die Absicht des dänischen Premierministers Lars Løkke Rasmussen, über den Vorschlag der Großmächte nur 60 Minuten nachdenken zu lassen. "Wir wollen unsere Stimmen erheben, müssen wir uns dafür erst die Hände abschneiden?", sagt die Vertreterin Venezuelas. Ein "Staatsstreich gegen die Charta der Vereinten Nationen" drohe. Costa Rica protestiert dagegen, ständig neue Dokumente aus heiterem Himmel zu bekommen. Es sei bezeichnend, dass im letzten Klimakompromissentwurf überhaupt nichts mehr zu lesen sei von dem Ziel, 2010 einen rechtlich verbindlichen Klimavertrag auszuarbeiten.
Jetzt rächt sich die Strategie der Dänen, die in zwei Wochen festgefahrenen Verhandlungen wieder in Bewegung bringen zu wollen, indem eine kleine Staatengruppe mit den USA und China an der Spitze ein Ergebnis aushandelt. Dieser Plan trifft auf erbitterten Widerspruch.
Als Jonathan Pershing, der stellvertretende Delegationsleiter der USA, das Wort ergreifen will, wird er von einigen Delegierten zurechtgewiesen, er sei noch nicht an der Reihe. Pershing gibt nach, obwohl er dem Konferenzleiter zufolge an der Reihe gewesen wäre - und macht ausgerechnet dem Vertreter Nicaraguas Platz.
Vorwurf des "Übernahmeversuchs"
Dieser erhebt den Vorwurf, es gebe einen "Übernahmeversuch" einer G-22, also der Gruppe der führenden Staaten bei dem Kompromissentwurf, gegen die G-192, also die Vereinten Nationen. Dann fordert er im Namen von acht Staaten, darunter Kuba und Ecuador, einen vorläufigen Abbruch der Konferenz. "Wir beantragen, dass die COP15 unterbrochen wird und spätestens im Juni 2010 wieder zusammentritt, damit keine Lücke bei der Erfüllung der Kyoto-Reduktionsziele entsteht."
Rasmussen muss in diesem Moment wahrscheinlich an den Satz denken, den US-Präsident Barack Obama gesagt hat, nachdem er in kleiner Runde seinen Deal ausgehandelt hatte und sich vorzeitig auf den Weg zurück nach Washington machte - angeblich wegen des schlechten Wetters dort. "Ich weiß nicht, wie die protokollarischen Bestimmungen hier sind", hatte Obama auf die Frage gesagt, wie es nach seinem Vorschlag nun weitergehe. "Aber unsere Unterhändler haben die Vollmacht, das hier zu Ende zu bringen."
Nach einem Ende sieht es in den frühen Morgenstunden aus.
Aber nicht so, wie es sich Obama vorgestellt hatte.
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Chevron ist wie BP für die CO2 Zertifikatenhandel. Noch nie hatten sie so viel Geld mit so wenig Arbeit verdient! mehr...
a) 10 Grad mehr - doppelte Reaktiongeschwindigkeit ... gilt bis heute als gute Näherung b) Zur Zeit von Arrhenius war der Energieverbrauch und damit zusätzliches CO2 in der Atmosphäre noch zu gering. Außerdem können die [...] mehr...
hatte bei seinen Prognosen aber ordentlich daneben gelegen, den sollte man also nicht als Zeugen aufrufen. mehr...
Milky Way ... oder doch: "Mars macht mobil bei Arbeit, Spass und Spiel ?" Wer in der Schule aufgepaßt hat der kennt Onkel Arrhenius. Und Arrhenius hat CO2 und Erdtemperatur schon 1896 zusammengeführt ... da hilft [...] mehr...
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