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07.01.2010
 

Tierversuch

Handy-Strahlung schützt Mäuse vor Gedächtnisverlust

Labormaus: Handy-Strahlung hatte positive Effekte auf die TiereZur Großansicht
AP

Labormaus: Handy-Strahlung hatte positive Effekte auf die Tiere

Überraschung bei Tierversuch: Die Strahlung von Mobiltelefonen hat sowohl bei gesunden als auch bei genetisch veränderten Mäusen mit Alzheimer-Merkmalen die Gedächtnisleistung verbessert. Inwieweit die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist allerdings unklar.

Die Angst vor elektromagnetischer Strahlung aus Mobiltelefonen ist weit verbreitet - obwohl Tausende Studien zum Thema keinen Zusammenhang zwischen Handy-Benutzung und Erkrankungen wie etwa Hirntumoren nachweisen konnten. Forschern ist noch nicht einmal klar, wie eine Wirkung der Handy-Strahlung überhaupt zustande kommen könnte. Gleiches gilt auch für die Ergebnisse eines neuen Tierversuchs - nur dass die Strahlung in diesem Fall nicht schädlich war, sondern schützte.

Mediziner um Gary Arendash der University of South Florida in Tampa hatten für ihr Experiment knapp hundert Mäuse benutzt. Die meisten davon waren sogenannte Modell-Mäuse für Alzheimer, also genetisch veränderte Tiere, in deren Gehirn sich die typischen Ablagerungen des Peptids Beta-Amyloid bilden. Dieses Peptid gilt als Kennzeichen der Krankheit, bei der nach und nach viele Nervenzellen in verschiedenen Regionen des Gehirns absterben. Man hat plaqueförmige Ablagerungen im Gehirn von Alzheimerkranken gefunden, allerdings auch in Gehirnen von gesunden Menschen. Es ist daher ungeklärt, ob es die Krankheit auslöst.

Die Mäuse saßen in Käfigen, die um eine Antenne gruppiert waren. Sie sandte eine für Mobiltelefone übliche elektromagnetische Strahlung mit einer Frequenz von 918 Megahertz aus - jeweils für zweimal eine Stunde täglich, sieben bis neun Monate lang. Die Dosis von 0,25 Watt pro Kilogramm habe jener entsprochen, die bei ans Ohr gehaltenem Handy auf das menschliche Gehirn einwirke, schreiben die Mediziner im Fachblatt "Journal of Alzheimer's Disease".

Bei jungen, noch nicht erkrankten Tieren bildeten sich - anders als normalerweise - während des Versuchs keine Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn, so die Forscher. Verhaltenstests hätten gezeigt, dass ihre kognitiven Fähigkeiten vollständig erhalten blieben. Zudem hätten ältere Tieren mit Alzheimer bei Leistungstests nach der mehrmonatigen Bestrahlung ebenso gut abschnitten wie völlig gesunde Mäuse. Im Hirn fanden sich demnach weniger Ablagerungen. Das war noch nicht alles: Setzten die Mediziner gesunde, genetisch nicht veränderte Mäuse den elektromagnetischen Wellen aus, schnitten diese anschließend besser bei den Gedächtnistests ab als zuvor.

Auch Forscher waren überrascht

"Ehrlich gesagt hatte ich diese Arbeit vor einigen Jahren mit der Hypothese begonnen, dass die elektromagnetischen Felder für die Alzheimer-Mäuse schädlich sein würden", sagte Arendash. Nach der ersten Beobachtung der schützenden Effekte habe er erwartet, dass sich die Ergebnisse bald ins Gegenteil verkehren würden. "Aber es wurde nie schlechter", sagte der Forscher. "Wir haben weiter die heilsamen Effekte sowohl bei den Alzheimer-Mäusen als auch bei den normalen Tieren bekommen."

Ob und inwieweit die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist derzeit noch unklar. Arendash und seine Kollegen gehen davon aus, dass dies zumindest zum Teil der Fall sein könnte. Allerdings müsse die Ursache der Effekte noch weiter erforscht werden. Nachgewiesen sei bisher nur, dass sich die Temperatur des Gehirns von Alzheimer-Mäusen im Versuchsverlauf leicht erhöhte. Der Temperaturanstieg unterstütze möglicherweise die Ablösung der schädlichen Ablagerungen, nehmen die Forscher an.

Die gestiegenen Hirnleistungen gesunder Tiere erklären die Mediziner damit, dass durch die Strahlung die Aktivität der Hirnzellen angeregt werde, der Blutfluss und der gesamte Energieumsatz seien höher. Die exakten Mechanismen seien aber noch unklar, geben die Forscher zu bedenken. Dass die möglichen positiven Effekte der Handy-Strahlung auf das Gedächtnis bislang verborgen blieben, könnte ihnen zufolge daran liegen, dass es noch keine Langzeitstudien dazu gegeben habe, heißt es in der Mitteilung der Universität.

mbe/dpa/AFP

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insgesamt 9 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
07.01.2010 von killmister: Ursache/Wirkung

Also wenn ich da mal Newtons Axiom actio=reactio betrachte dann könnte man schon dran glauben das Handy Strahlung irgendwas bewirkt. Bewiesen ist noch nichts. Aber mal abwarten. Und zu den [...] mehr...

07.01.2010 von fritz19x1: Und was ist mit dem Testbetrieb?

Und Du glaubst, dass die Telekom die Wahrheit sagt, wann und mit welcher Leistung Sie die neue Anlage getestet hat, bevor sie in Betrieb ging? mehr...

07.01.2010 von tommm: Wow...

ich hoffe sehr dass diese Erkenntnis zu einer Therapie ausgearbeitet werden kann. Alzheimer ist eine der schlimmen Zivilisationskrankheiten, die uns leider noch immer, trotz aller Fortschritte in der Medizin, geißeln. mehr...

07.01.2010 von Zyklotron: Handystrahlung

Also: Kopf in die Mikrowelle schützt vor Alzheimer. Cool. :) mehr...

07.01.2010 von fritz19x1: War das ein guter Schachzug?

Zuerst werden alle Auswirkungen kategorisch abgestritten und jetzt das??? Muß man der Mobilfunklobby schon lassen, Phantasie haben sie ja. Lassen sich immer was neues einfallen, damit der Rubel weiter rollt und die Leute für dumm [...] mehr...

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Das Wort sorgt zuweilen für Beunruhigung, vor allem unter Physik-Unkundigen. Mobiltelefone (und die zugehörigen Sendemasten) bauen hochfrequente gepulste elektromagnetische Felder auf. In Deutschland werden in GSM-Handynetzen Frequenzen um 900 und 1800 Megahertz verwendet. Mobiltelefonie ist nicht die einzige Technologie, die solche Felder erzeugt. Auch schnurlose (DECT-)Telefone tun das.

Über mögliche gesundheitliche Folgen der Mobilfunktechnik wird unter Laien viel gestritten. Tausende wissenschaftliche Studien beschäftigen sich damit - bislang ohne einen Beleg für eine Schadwirkung liefern zu können. Hinlänglich bekannt ist jedoch, dass Handys für eine leichte Erwärmung von wenigen Grad Celsius am Kopf sorgen können. Unter Insidern ist dies auch als "Wollmützeneffekt" bekannt.

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