Hannover - Nach harten Verhandlungen über die Abbestellung von überflüssigem Schweinegrippe-Impfstoff haben die Bundesländer und der Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK) einen Kompromiss erzielt. Die Länder müssen nur noch 34 Millionen Impfdosen abnehmen - statt der ursprünglich bestellten 50 Millionen. Zudem würden nur 25 Millionen Impfdosen ausgeliefert, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Dienstag in Hannover. Die restlichen neun Millionen würden vom Hersteller zunächst auf eigene Kosten eingelagert und sollten ins Ausland weiterverkauft werden. Die Länder sparten durch den Kompromiss 133,3 Millionen Euro, sagte Ross-Luttmann.
Die Ministerin bezeichnete das Verhandlungsergebnis als "guten Kompromiss". Die Gespräche seien hart, aber fair gewesen. GSK-Geschäftsleitungsmitglied Bettina Brennecke sagte, es seien Zugeständnisse von allen Seiten notwendig gewesen. Ursprünglich wollten die Länder die Hälfte der 50 Millionen georderten Dosen beim Hersteller wieder abbestellen.
Welche Staaten den überschüssigen Impfstoff nun kaufen könnten, ist bisher offen. Die Verhandlungen liefen derzeit, hieß es in Hannover. Namen von interessierten Ländern wollte Ross-Luttmann am Dienstag nicht nennen. In der vergangenen Woche waren unter anderem Iran, das Kosovo und die Ukraine im Gespräch.
Die Bundesländer haben auch deshalb zu viel Impfstoff, weil anders als zunächst vorgesehen eine Einmalimpfung ausreicht. Zudem liegt die Impfquote nach den Worten von Ross-Luttmann um zehn Prozent. "Das ist viel zu wenig", sagte die Ministerin, die von einer Impfmüdigkeit vieler Menschen in Deutschland sprach.
Bislang habe GlaxoSmithKline an die Länder insgesamt 18,6 Millionen Impfstoffdosen geliefert, sagte Ross-Luttmann. Weitere rund sechs Millionen würden die Länder bis Mitte Februar erhalten. Beim Verkauf der restlichen neun Millionen Dosen ins Ausland zählen die Länder auf Mithilfe des Bundes: "Ich sehe den Bund in der Verpflichtung, uns bei Gesprächen mit anderen Ländern zu unterstützen", betonte die CDU-Politikerin. Ein Weiterverkauf ins Ausland werde aber "sehr, sehr schwierig."
Zwar sind die Infektionen bisher meist recht harmlos verlaufen. Doch das Bundesgesundheitsministerium rechnet weiterhin mit einer neuen Erkrankungswelle und rief die Bürger erneut auf, sich impfen zu lassen. In Deutschland starben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bis zum 5. Januar etwa 156 Menschen, die mit dem Schweinegrippevirus H1N1 infiziert waren. Erkrankt waren insgesamt rund 215.000 Deutsche.
mbe/DAPD/dpa
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...sprechen Sie von dem "besseren Impfstoff", auf den die USA (aus guten Grund?) verzichtet hat? mehr...
Naja, daran sieht man wieder daß bei unserer Bevölkerung der Begriff des "mündigen, informierten Verbrauchers" mal wieder NICHT angebracht ist. Immerhin hat die Bevölkerung den "besseren" Impfstoff bekommen. mehr...
Keine Impfgegnerpropaganda, Verschwörungstheorie, Bloggermacht.. etc. hätte jemals die Bevölkerung in dem Ausmaß vom Impfen abgehalten können, wie die Nachricht, dass unsere Politiker für sich einen anderen Wirkstoff als für die [...] mehr...
Ich wundere michn als Kaufmann wie ein Lieferant hier mit dem Kunden umgeht. GSK hätte die Produktion schon lange stoppen können. Kein Unternehmer würde sich so etwas bieten lassen und kein Lieferant würde sich bei der [...] mehr...
Die Gefährlichkeit des Virus war von Anfang an bekannt, nur weil die WHO die Kritierien für eine Epedemie weit nach unten gesetzt hatte, konnte die Sache überhaupt als Epedemie eingestuft werden und als letzten Beweis hatte man [...] mehr...
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