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31.01.2010
 

Geld für Entwicklungsländer

IWF will Milliardenfonds für Klimahilfe auflegen

IWF-Gebäude in Washington (Archivbild von 2004): Auf innovative Weise Geld bereitstellenZur Großansicht
dpa

IWF-Gebäude in Washington (Archivbild von 2004): Auf innovative Weise Geld bereitstellen

Der Internationale Währungsfonds will Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. IWF-Chef Dominique Strauß-Kahn hat dazu nun einen Milliarden Dollar teuren Vorschlag gemacht. Wie groß dessen Erfolgschancen sind, ist aber noch unklar.

Washington - Eigentlich ist der Internationale Währungsfonds (IWF) vor allem dafür da, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu sichern. Er kann zum Beispiel Kredite an wirtschaftlich angeschlagene Staaten vergeben und diese so vor der drohenden Pleite bewahren. Im Gegenzug müssen diese Länder dann oft ungeliebte Reformen durchführen, um ihre Ausgaben in den Griff zu bekommen - manchmal mit problematischen sozialen Folgen. Der IWF engagiert sich außerdem bei der Hilfe für Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Südamerika.

Nun denkt der Chef der Organisation, der Franzose Dominique Strauß-Kahn, öffentlich über eine weitere Aufgabe nach: Der Fonds könnte nach seiner Vorstellung arme Staaten beim Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. Der IWF wolle mit Zentralbanken und Finanzministern über die Möglichkeit eines "grünen Fonds" im Umfang von bis zu 100 Milliarden Dollar pro Jahr beraten, sagte Strauß-Kahn auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos.

Die Industriestaaten werden sich in den kommenden Jahren massiv für den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern einsetzen. Zusagen dafür gab es im Zusammenhang mit dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember. Die EU hat Soforthilfen von 2,4 Milliarden Euro pro Jahr in Aussicht gestellt. Die Langfristhilfen sollen weit umfangreicher werden: Auch die USA wollen sich an den geplanten Zahlungen von jährlich 100 Milliarden Dollar ab 2020 beteiligen.

Entwicklungsländer mit wenig Sympathie für IWF und Weltbank

Wer die Gelder verwalten wird, ist noch nicht klar. Viele Entwicklungsländer stehen einem Engagement von IWF und Weltbank in diesem Bereich sehr kritisch gegenüber. Sie befürchten, durch die Industrieländer-dominierten Organisationen bevormundet zu werden.

Nun wagt sich der IWF-Chef aus der Deckung und fordert eine wichtige Rolle für seine Organisation: Die Welt müsse ihren Horizont erweitern und im Kampf gegen die Erderwärmung auf innovative Weise Geld bereitstellen, sagte Strauß-Kahn laut einer auf der IWF-Internetseite veröffentlichten Rede. In den kommenden Wochen wolle die Organisation die Vorschläge im Detail vorstellen.

Ein paar Grundideen skizzierte Strauß-Kahn allerdings schon einmal: Ein Teil der Mittel des "grünen Fonds" könnten durch die Schaffung neuer sogenannter IWF-Sonderziehungsrechten an die Mitglieder der Organisation gesammelt werden. Die Sonderziehungsrechte wurden im Jahr 1969 vom IWF eingeführt. Ihr Wert bemisst sich an einem Währungskorb, der die Bedeutung verschiedener Devisen für den Welthandel widerspiegelt und regelmäßig angepasst wird.

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen hatte der deutsch-schwedische Publizist Jakob von Uexküll, Initiator des World Future Councils und Stifter des Alternativen Nobelpreises, bereits vorgeschlagen, der IWF solle spezielle Sonderziehungsrechte als Klimahilfen generieren. Ein IWF-Vertreter hatte die Idee der unbefristeten, zinslosen Darlehen allerdings abgelehnt. Neue Sonderziehungsrechte könnten nicht einfach so geschaffen werden, argumentierte der Mann. Dominique Strauß-Kahn hat nun aber genau das vor. Erst die detaillierten Vorschläge des IWF und ihr Echo bei den Finanzministern der wichtigsten Mitgliedstaaten werden zeigen, wie realistisch diese Vorstellung ist.

chs/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
01.02.2010 von cosmo72: Bundesregierung überschreibt deutsche Steuersklaven an den IWF ?

"Nun wagt sich der IWF-Chef aus der Deckung und fordert eine wichtige Rolle für seine Organisation: Die Welt müsse ihren Horizont erweitern und im Kampf gegen die Erderwärmung auf innovative Weise Geld bereitstellen, sagte [...] mehr...

01.02.2010 von Umbriel: Wollen wie mehr Diktatur wagen?

Das hört sich schon schräg an: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,669398,00.html "Führende naturwissenschaftlich orientierte Klimaforscher betonen, die Menschheit stehe an einem Scheideweg. Das ökonomische [...] mehr...

01.02.2010 von Umbriel: Klimahilfe?

Wer große politische Vorhaben vorschlägt, die tief in die Kernbereiche der Volkswirtschaften eingreifen können, muß langfristiges tiefes Vertrauen in eine von transparenten und seriösen Motiven getragene Arbeit aufbauen. Wer [...] mehr...

31.01.2010 von cosmo72: Kolonialismus für 2&3 Welt - Währungsreform für die Industrienationen

*Und am Rande bemerkt - der IWF, macht sich damit zu einer NOTENBANK - SDR sind WÄHRUNG, und zwar eine globale Korbwährung, damit wird die fiskalische Autarkie von Nationalstaaten noch weiter angegriffen, dann wird der Euro nicht [...] mehr...

31.01.2010 von k.h.a.: IWF macht in Klima

Um die eigene Bedeutung zu heben, ist dem alten Strauss-Kahn alles Recht - egal ob es sinnvoll ist oder nicht. mehr...

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Weltklimaverhandlungen

Wichtige Punkte

Die G-8-Staaten haben sich grundsätzlich zu dem Ziel bekannt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch die Schwellenländer haben sich dem jetzt angeschlossen. Doch konkrete Vorgaben und Zusagen zur Finanzierung fehlen noch - deshalb könnte es beim bloßen Lippenbekenntnis bleiben.

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Russland

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Der lange Weg zum Klimaschutz

1988

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründen den Weltklimarat (IPCC). Der IPCC selbst betreibt keine Wissenschaft, er sammelt stattdessen Daten zum Klimawandel und entwickelt Strategien zur Anpassung. Das Gremium hat bisher vier sogenannte Sachstandsberichte verfasst, der nächste ist für 2014 geplant. Der IPCC ist nicht direkt in das Klimasystem der Uno eingebunden, liefert aber den wissenschaftlichen Hintergrund für die Verhandlungen.

1992

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