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24.02.2010
 

Epidemie

Hantaviren breiten sich in Baden-Württemberg aus

Hantaviren mit 171.000-facher Vergrößerung: Etwa drei Tage lang dauert die KrankheitZur Großansicht
Corbis

Hantaviren mit 171.000-facher Vergrößerung: Etwa drei Tage lang dauert die Krankheit

Erneut greift das gefährliche Hantavirus um sich. Seit Beginn des Jahres hat der Erreger in der Region Baden-Württemberg 85 Menschen infiziert. Die Zahl übersteigt die Fälle, die im Rekordjahr 2007 vermeldet wurden. Ursache ist vermutlich eine starke Vermehrung von Wühlmäusen.

Stuttgart - Wie so oft bei Virenerkrankungen beginnen die Symptome wie bei einer gewöhnlichen Grippe. Doch schnell wird es schlimmer: Das hohe Fieber kommt plötzlich bleibt aber tagelang, Kopf, Rücken, Bauch und Glieder schmerzen, manchmal kommt eine schwere Übelkeit hinzu, manchmal kann der Betroffene plötzlich nicht mehr scharf sehen.

Etwa drei Tage lang dauert die Krankheit - mehr als die Hälfte der Betroffenen muss im Krankenhaus versorgt werden. Dann stellen die Ärzte oft eine Störung der Nieren fest. Schlagen die Symptome in plötzliches akutes Nierenversagen um, wird es für die Betroffenen kritisch. Sie müssen dann einer künstlichen Blutwäsche unterzogen werden. Die Diagnose: eine Infektion mit Hantaviren.

2007 machte sich der Erreger schon einmal in Deutschland breit: 1688 Fälle registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) damals. In den Jahren zuvor hatte es dagegen nur durchschnittlich 200 Neuerkrankungen im Schnitt gegeben.

Jetzt breitet sich das gefährliche Hantavirus erneut aus. Im Regierungsbezirk Stuttgart wurden seit Jahresbeginn bereits 85 Erkrankungen gemeldet. Das hat das Regierungspräsidium am Mittwoch mitgeteilt.

Die Zahl sei für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch und übersteige das bisherige Rekordjahr 2007 mit 41 Fällen im Vergleichszeitraum deutlich, hieß es. Dies lasse hohe Infektionszahlen für die kommenden Monate erwarten. Die Erkrankungen häufen sich bereits seit Dezember.

Übertragen werden die Erreger in Deutschland durch wildlebende Nagertiere wie Rötel-, Brand- und Feldmäuse. Sie scheiden das Virus vor allem über Kot und Urin aus. Menschen können sich infizieren, indem sie den erregerhaltigen Staub beim Spazierengehen in der freien Natur einatmen.

Die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus sind Bucheckern. Regionen mit einem hohen Buchenanteil wie die Schwäbische Alb und Schönbuch sind daher am stärksten betroffen. Die aktuelle Häufung ist vermutlich auf eine besonders hohe Population an Rötelmäusen zurückzuführen.

cib/ddp

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