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22.03.2000
 

Neurologie

Männer haben das bessere Orientierungsvermögen

Das zumindest deutet ein Experiment von Forschern der Universität Ulm an, die in einem Navigationstest außerdem unterschiedliche Gehirnaktivitäten bei Männern und Frauen feststellten.

Wenn sie noch umherirrt, ist er schon längst wieder raus
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DPA

Wenn sie noch umherirrt, ist er schon längst wieder raus

An der Untersuchung nahmen jeweils zwölf Frauen und Männer teil, die am Computer ihren Weg aus einem virtuellen Labyrinth finden mussten. Ergebnis: Die Männer brauchten durchschnittlich zwei Minuten und zweiundzwanzig Sekunden, die Frauen dagegen drei Minuten und sechzehn Sekunden, um einen Ausweg aus dem Irrgarten zu entdecken.

Die in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" veröffentlichte Studie deckt sich mit vergleichbaren Untersuchungen, in denen Männer ebenfalls ein besseres Orientierungsvermögen in einer unbekannten Umgebung zeigten als Frauen.

Außerdem wurden während des Studie unter der Aufsicht von Matthias Riepe und anderen Wissenschaftlern der Universität Ulm die Gehirnströme der Teilnehmer mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) aufgezeichnet. Obwohl bestimmte Bereiche des Gehirns bei Männern und Frauen gleichermaßen aktiviert wurden, gab es nach Angaben der Forscher doch deutliche Unterschiede.

Die bei den Männern besonders stimulierten Gehirnbereiche lagen in der linken Hippocampus-Region, die vor allem für Navigation und räumlich Orientierung zuständig ist. Bei den Frauen wurden dagegen stärkere Gehirnaktivitäten im Bereich der seitlichen und rechten vorderen Gehirnrinde registriert.

Die Ursache für die unterschiedlich gesteuerte Orientierung bei Männern und Frauen ist indes noch ungeklärt. Frühere Studien deuten darauf hin, dass Männer sich eher mit Hilfe von geometrischen Mustern räumlich orientieren, was vergleichbar mit dem Vorgang des Kartenlesens wäre. Frauen hingegen sollen dazu tendieren, sich mit Hilfe einzelner, auffälliger Markierungen zurechtzufinden. Unklar ist auch, ob die festgestellten Unterschiede auf erlernte oder angeborene Verhaltensmuster zurückzuführen sind, wobei Riepe Letzteres vermutet, da die Differenzen auch bei Ratten festgestellt wurden.

Die Ulmer Untersuchung ist eine der ersten Studien, die eine klare Beziehung zwischen Gehirnaktivitäten und daraus resultierenden unterschiedlichen Verhaltensmustern bei Männern und Frauen aufgezeigt hat.

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