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08.07.2010
 

Großbritannien

Schatzsucher findet 52.000 römische Münzen

Schatzfund: Münzen im Wert von vier Millionen Euro
Fotos
dpa

Glücksfund mit dem Metalldetektor: Auf einem Feld im Südwesten Englands hat ein Schatzsucher 52.000 römische Münzen entdeckt. Eine kollektive Spardose für schlechte Zeiten? Archäologen glauben eher, dass es sich um die religiöse Opfergabe einer Gruppe handelte.

London - Gerade einmal 30 Zentimeter tief musste der britische Hobby-Archäologe Dave Crisp graben, um einen ersten Blick auf das Fundstück zu erhaschen. Auf einem Feld nahe Frome in der südenglischen Grafschaft Somerset hatte der Metalldetektor des Mannes angeschlagen. In einem großen, rund 160 Kilogramm schweren Tongefäß entdeckte Crisp daraufhin dicht gestapelte römischer Münzen aus dem 3. Jahrhundert - insgesamt 52.000 Stück.

Es handelt sich um einen der größten derartigen Funde in der Geschichte Großbritanniens. Die Münzen würden ungefähr dem vierfachen Jahresgehalt eines römischen Legionärs entsprechen, erklärten Experten. Archäologen lobten den Finder, weil er das Münzgefäß zunächst nicht vollständig freigelegt hatte. So hätten die Experten diese Aufgabe übernehmen können.

Einige der Fundstücke sind derzeit im Britischen Museum in London ausgestellt, das den Fund vom April am Donnerstag offiziell bekanntgab. Die Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Münzhort möglicherweise um eine religiöse Opfergabe einer Gruppe von Menschen handelte - und nicht um ein Versteck für bessere Zeiten.

Wenn ein britischer Richter Funde dieser Art offiziell als Schatz deklariert, dann dürfen die Finder ihre Beute zwar nicht behalten, werden aber entschädigt. Museen bekommen die Stücke zum Kauf angeboten. Das Geld geht dann an den Finder und den Eigentümer des Landes, auf dem der Schatz gefunden wurde. Im Fall der Münzen von Somerset steht die Entscheidung aber noch aus.


Im vergangenen September hatte ein arbeitsloser Hobby-Archäologe in Großbritannien noch einen größeren Schatz gehoben (siehe Fotostrecke). Der Mann 55-jährige hatte - ebenfalls mit einem Metalldetektor - fünf Kilogramm Gold und mehr als ein Kilogramm Silber aufgespürt. Dieser Fund war allerdings einige Jahrhunderte jünger als der aktuelle, er stammte aus dem siebten Jahrhundert.

chs/apn

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