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12.07.2010
 

Jerusalem

Scherbe mit 3400 Jahre alter Inschrift entdeckt

Entdeckte Scherbe: Akkadische SchriftzeichenZur Großansicht
AFP

Entdeckte Scherbe: Akkadische Schriftzeichen

Archäologen haben die älteste bekannte Inschrift Jerusalems entdeckt. Die zwei Zentimeter breite und knapp drei Zentimeter hohe Scherbe einer Tontafel soll 3400 Jahre alt sein. Die hervorragende Qualität der Schrift spricht für einen Schreiber im Dienste des Königs.

Jerusalem - Die beschriebene Tonscherbe ist winzig klein und misst nur 2 mal 2,8 Zentimeter. Und doch halten Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem sie für einen der wichtigsten archäologischen Funde, die jemals in der Stadt gemacht wurden. Das Fragment ist rund 3400 Jahre alt und damit das mit Abstand älteste Schriftstück, das bisher in Jerusalem gefunden wurde, teilte die Universität mit.

Die nur einen Zentimeter dicke Miniatur-Tontafel stammt wahrscheinlich aus dem ehemals königlichen Keilschriftarchiv. Die Wissenschaftler haben darauf Wörter wie "Sie", "später" und "ihnen" entziffert. Die Schriftzeichen sind in Akkadisch. Das war damals im Nahen Osten die in Diplomaten-Korrespondenzen verwendete Sprache.

Wayne Horowitz von der Hebräischen Universität sagte, die hervorragende Qualität der Schriftzeichen zeuge von einem besonders begabten Schreiber, der womöglich im Dienst des Königs von Jerusalem gestanden habe. Die Forscher nehmen an, dass es sich um die Abschrift eines Briefes von Abdi-Heba, des damaligen Königs von Jerusalem, an Pharao Amenophis IV. (Echnaton) handelt.

Die Archäologen fanden das winzige Tonstück, als sie Schutt von Ausgrabungsarbeiten südlich der Altstadt von Jerusalem siebten. Bisher galt den Angaben zufolge ein Schriftstück aus dem 8. Jahrhundert vor Christus als das älteste, das bisher in Jerusalem gefunden wurde.

Als älteste Schrift der Welt gilt die sumerische Keilschrift. Die Funde aus dem Süden des Iraks sind über 4000 Jahre alt und können im Internet abgerufen werden. Sehr frühe Schriften sind auch aus dem Alten Ägypten und von der Indus-Kultur überliefert.

hda/dpa/AFP

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