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22.07.2010
 

Steinzeitliche Kultstätte

Forscher entdecken Stonehenge aus Holz

Neues Rätsel um Stonehenge: In der Nähe der steinzeitlichen Stätte in England haben Forscher Spuren einer bisher unbekannten Anlage entdeckt. Sie bestand anscheinend aus Holz - Archäologen glauben nun, dass der Kultort deutlich größer war als angenommen.

London - Neben dem berühmten Steinkreis von Stonehenge haben Forscher die Spuren eines Zwillings des prähistorischen Monuments entdeckt. Der neue Fund liegt 900 Meter von den gigantischen Steinen in der Nähe der englischen Stadt Salisbury entfernt, berichtet Vince Gaffney von der Universität Birmingham. Die Wissenschaftler des internationalen Forschungsprojekts feierten die Entdeckung als "unglaublich". Die Anlage habe ein Alter von 2000 bis 4000 Jahren.

Die Archäologen entdeckten mit Magnetmessungen, Radar und Grabungen eine kreisförmige Grube mit einem Durchmesser von 25 Metern und mehrere Löcher (siehe Fotostrecke oben). Sie vermuten, dass in den Löchern Pfähle steckten und sich eine frei stehende Holzkonstruktion über dem Graben befand. "Von der Form her kann man darauf schließen, dass die Anlage ungefähr zu der Zeit gebaut wurde, als Stonehenge seine volle Komplexität erreichte", erläutert Gaffney. Er leitet das Millionen-Forschungsprojekt zur Erkundung des Steinkreises.

"Wir haben angenommen, wir hätten nur ein leeres Feld vor uns - jetzt haben wir ein wichtiges Zeremonie-Monument, das genau auf Stonehenge blickt", staunt der Forscher. Es sei zu erwarten, dass in der Gegend noch mehr gefunden werde. Der Fund zeige, dass "die Stonehenge-Stätte wohl noch größer ist" als bislang bekannt, sagt der Archäologe Tim Darvill von der School of Conservation Sciences an der Bournemouth University in Großbritannien. Es gelte, "noch eine riesige Landschaft zu erkunden", ergänzt Gaffney.

Stonehenge - ein Friedhof?

Stonehenge gehört zum Weltkulturerbe, die Stätte wird jedes Jahr von zahlreichen Touristen besucht. Bis heute ist nicht klar, wofür das 4500 Jahre alte Steinmonument benutzt wurde und wie die riesigen Brocken transportiert und aufeinandergestapelt worden waren. Manche Experten vermuten, dass Stonehenge zunächst ein Friedhof war.


Bestärkt wurde die Friedhofstheorie 2009 durch den Fund eines Mini-Stonehenges, das die Forscher "Bluehenge" tauften, nur wenige Kilometer von den legendären Steinkreisen entfernt. Britische Archäologen hatten nahe dem einstigen Flussbett des Avon gegraben, in 2,8 Kilometer Entfernung von Stonehenge. Dort stieß das Team auf die Abdrücke von 25 großen Steinen, die einst einen Kreis von etwa zehn Meter Durchmesser gebildet hatten; die Steinkreise von Stonehenge sind fünfmal größer. Forscher interpretierten den kleinen Steinkreis als den Ort, wo Tote verbrannt wurden, bevor ihre Asche in Stonehenge beerdigt wurde. Der neue Fund zeige, dass die Kultstätte noch größer war: "Wir haben noch viel zu lernen über Stonehenge", sagt Darvill.

boj/dpa/apn/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.07.2010 von flummiflu: Die Anlage habe ein Alter von 2000 bis 4000 Jahren

Diese Altersangabe kann nicht stimmen. Da wurde wohl vom Autor der Nachtrag "vor Christus" vergessen! mehr...

23.07.2010 von UlliK: Nebra...

... Bär, in Nebra (Sachsen-Anhalt), da wo mit der Himmelsscheibe. mehr...

23.07.2010 von mavoe: Druiden

Die kamen viel später. Es ist schon erstaunlich, dass in Nordwest/Mitteleuropa eine Kultur existiert hat, welche der gleichzeitig ägyptischen durchaus ebenbürtig war. Man denke an die Scheibe von Nebra. Leider hatten unsrige [...] mehr...

23.07.2010 von Heinz Elmann: Wo ist das Rätsel?

Das war die damalige "Touristeninformation", wo man sich druidische Beratung holen konnte, den Weg weisen lassen, Andenkentrödel erwerben usw. Das Ganze war mit Zeltplanen abgedeckt. Halt ein zentraler Treffpunkt. [...] mehr...

23.07.2010 von Diana Simon: ...

Das sehe ich auch so, Zorpheus. Den Homo sapiens sapiens gibt es unverändert seit 40.000 Jahren, und ich wundere mich immer wieder, daß das normale menschliche Vorgehen nicht bis zum Beweis des Gegenteils als Arbeitshypothese [...] mehr...

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