Bozen - Das Erbgut von Ötzi ist entziffert. Ähnlich wie bei der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Meldung verkündet werden würde. Nun haben Forscher vom Institut für Mumien der Europäischen Akademie Bozen, vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen und vom Biotechnologie-Unternehmen Febit in Heidelberg das Genom des Gletschermannes fast vollständig ausgelesen.
Die Wissenschaftler hatten der etwa 5300 Jahre alten Mumie eine Knochenprobe entnommen und daraus die DNA aus den Zellkernen isoliert und rekonstruiert. Allerdings steht jetzt noch die Interpretation der genetischen Daten aus. Erste Ergebnisse und Rückschlüsse wollen die Forscher dann zum 20. Jahrestag der Entdeckung der Mumie präsentieren - am 19. September 2011.
Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob irgendwo noch Nachfahren des Gletschermannes leben. Bereits eine frühere Untersuchung hatte nahegelegt, dass der Familienzweig von Ötzi ausgestorben sein könnte. Damals hatten die Forscher aber lediglich das Erbgut der Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, untersucht. Doch erst das Zellkern-Genom wird die Annahme bestätigen können.
Hinweise auf Ötzis Krankheitsgeschichte
Die Forscher erhoffen sich noch weitere Informationen: "Die Fülle an Daten birgt ein Universum an Möglichkeiten", sagte Albert Zink, der Chef des Instituts für Mumien und den Gletschermann an der Europäischen Akademie Bozen (Eurac). "Besonders interessant finde ich, die Krankheitsgeschichte von Ötzi zu untersuchen", sagte Zink.
Sollte Ötzi Spuren von Krankheiten tragen, die heute häufig vorkommen - wie etwa Diabetes, Krebs oder Alzheimer - könnten sie eventuell auf Genveränderungen als Auslöser dieser Übel stoßen. "Mit etwas Glück können wir so vielleicht auch dazu beitragen, etwas gegen diese Krankheiten zu unternehmen - das wäre für mich die Brücke zwischen Erforschung von Vergangenheit und Gegenwart", sagte der Wissenschaftler.
"Wir haben 95 Prozent der DNA gelesen", sagte Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen. Die übrigen fünf Prozent enthalten keine Gene und können mit der bestehenden Technik nur sehr schwer gelesen werden - ein Problem, das für menschliche DNA immer gilt. Pusch sprach mit Blick auf die Daten von einer ersten Fassung, die in den nächsten Monaten verbessert und ergänzt werden soll.
Der Gletschermann war im Alter von etwa 46 Jahren zu Tode gekommen. Er wurde von einem Pfeil getroffen und dann vermutlich mit einem Keulenschlag getötet.
Seine Leiche wurde 1991 beim Tisenjoch in den Ötztaler Alpen nahe der österreichisch-italienischen Grenze gefunden. "Ötzi" wird seit 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Die bei ihm gefundenen Gegenstände und seine Kleidung geben einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen vor mehr als 5000 Jahren.
cib/dpa
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In dem Artikel hier wurde gesagt, dass erste Ergebnisse und Rückschlüsse aus der Genprobe zum 20. Jahrestag der Entdeckung der Mumie am 19. September 2011 präsentiert werden würden. Davon habe ich jedoch noch nichts im Spiegel [...] mehr...
was die Wissenschaftler so mit der Analyse der DNA anstellen . Würde mich nicht wundern, wenn sie jetzt noch rauskriegen, daß Ötzi Steuern hinterzogen hat, und auf der Flucht vor dem italienischen Staatsanwalt war. mehr...
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