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01.09.2010
 

Stammzellforschung in USA

Obama wehrt sich gegen Gerichtsentscheid

Stammzellen in der Kulturflasche: Forschung auf Förderung angewiesenZur Großansicht
AFP

Stammzellen in der Kulturflasche: Forschung auf Förderung angewiesen

Der Streit um die embryonale Stammzellforschung in den USA geht in die nächste Runde: Die Regierung hat jetzt Berufung gegen einen Gerichtsentscheid eingelegt, der die staatliche Förderung untersagt. Sie fürchtet, wissenschaftlicher Fortschritt würde zunichte gemacht.

Washington - Es könnte ein herber Rückschlag für Obamas Stammzellen-Politik sein. Vergangene Woche hatte ein US-Gericht per Eilentscheid die staatliche Förderung für die Forschung mit bestimmten menschlichen embryonalen Stammzellen vorerst gestoppt. Doch die US-Regierung leistet Widerstand: Gegen diesen Gerichtsentscheid hat die amerikanische Regierung jetzt Berufung eingelegt.

In dem Antrag forderte die Regierung am Dienstag, die Umsetzung des Gerichtsentscheids auszusetzen, solange das Berufungsverfahren läuft. Damit solle verhindert werden, dass laufende Projekte gestoppt werden müssten und Jahre wissenschaftlichen Fortschritts zunichte gemacht würden. Die staatliche Förderung der Stammzellenforschung zu stoppen würde bedeuten, Millionen sehr schwer Kranker oder Verletzter, die von der Forschung profitieren könnten, "irreparablen Schaden" zuzufügen, hieß es in dem Antrag.

Richter Royce Lamberth, der das Urteil vergangenen Montag ausgesprochen hatte, sieht das anders: Durch die Forschung würden menschliche Embryonen zerstört, hieß es in seiner Begründung. Damit war Lamberth einem Antrag von Forschern gefolgt, den diese im Juni gestellt hatten. Ihre Argumentation: Die Behördenpolitik verstoße gegen US-Gesetze und nehme Forschern Gelder weg, die planten, mit den ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen (siehe Kasten links) zu arbeiten. Unter den Klägern sind auch mehrere christliche Organisationen.

Erst im März des vergangenen Jahres hatte Obama den Kurs seines Vorgängers George W. Bush in der Stammzellenforschung revidiert und angekündigt, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA wieder mit staatlichen Mitteln unterstützt und vorangetrieben werden solle.

Forscher hoffen, dass embryonale Stammzellen in der Zukunft bei dermedizinischen Behandlung schwerer Krankheiten möglicherweise als Ersatzmaterial dienen könnten - denn embryonale Stammzellen sind "pluripotent", das heißt sie können sich zu jedem Zelltyp des menschlichen Organismus entwickeln.

Die Nutzung embryonaler Stammzellen ist aber ethisch stark umstritten, weil dazu Zellen aus Embryonen entnommen werden, die künstlich erzeugt wurden, dann aber keiner Frau eingepflanzt werden. Gegner der embryonalen Stammzellenforschung argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginne.

cib/AFP

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Die neuesten Beiträge:
06.09.2010 von discus: Ethik ist wichtig

Hinzufügen möchte ich noch: Ich werte in meinem Beitrag überhaupt nicht, ob ein Zellhaufen schon als Mensch gesehen wird oder nicht, den man abtöten darf oder nicht. Es ist wichtig, dass auch die Position der [...] mehr...

06.09.2010 von discus: pro obama

Wird hier wirklich grade ein baby mit einer befruchteten Eizelle gleichgesetzt? Ich würde hier eher noch auf das Gesetz zur Tötung eines "Zellhaufen" der ersten 12 Enwticklungswochen hinweisen. Würde man die [...] mehr...

02.09.2010 von Koda: Liebe Frau Trallala (name auch programm? ), solu und juxeii

Ein Zellenhaufen, der aus der Verschmelzng einer weiblichen Eizelle mit einer männlichen Samenzelle entstanden ist, ist nicht einfach ein Zellhaufen, den man einfach den Klo runterspülen kann. In diesem "Zellhaufen" ist [...] mehr...

01.09.2010 von frau trallala: ...

Ganz meiner Meinung. Ein Klumpen Zellen ist ein Klumpen Zellen, mehr nicht. Unser mehr ideologisches als logisches "Embryonenschutzgesetz" hier in D ist auch alles andere als hilfreich und voller undurchdachter [...] mehr...

01.09.2010 von juxeii: ...

sie sprechen mir aus der seele. es ist einfach unfassbar wie grausam und irrational wir bei diesem thema sind. grausam deswegen, weil wir sehr kranken menschen damit sagen, dass wir die forschung verlangsamen. und irrational, [...] mehr...

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Chronik der Stammzellforschung

1998 - Embryonale Stammzellen

Die internationale Stammzellforschung hat sich seit 1998 extrem rasch entwickelt. Der US-Forscher James Thomson gewann damals weltweit erstmals embryonale Stammzellen aus übriggebliebenen Embryonen von Fruchtbarkeitskliniken. Sie galten sofort als Hoffnungsträger, um Ersatzgewebe für Patienten mit Diabetes, Parkinson oder anderen Erkrankungen zu schaffen. Die Technik ist aber ethisch umstritten, da dafür Embryonen zerstört werden müssen. In Deutschland ist sie verboten. Seitdem suchen Forscher nach ethisch unbedenklichen Wegen.

2006 - Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS)

2007 - Menschliche iPS-Zellen

Februar 2009 - Nur noch ein Reprogrammier-Gen

März 2009 - Reprogrammier-Gene entfernt

März 2009 - Reprogrammier-Gene nicht im Erbgut

April 2009 - Reprogrammierung von Mauszellen mit Proteinen

Mai 2009 - Reprogrammierung menschlicher Zellen mit Proteinen

Oktober 2010 - Reprogrammierung menschlicher Zellen mit RNA-Schnipseln

Januar 2010 - Direkte Umwandlung von Körperzellen

Januar 2011 - Direkte Umwandlung ohne Umweg über Stammzellen

Februar 2011 - Forscher entdecken gefährliche Mutationen


Stammzellen - die zellulären Multitalente

Embryonale Stammzellen (ES)

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DPA
Sie gelten als die zellulären Alleskönner: Reift eine befruchtete Eizelle zu einer Blastozyste, einem kleinen Zellklumpen, heran, entsteht in deren Inneren eine Masse aus embryonalen Stammzellen. Die noch nicht differenzierten Stammzellen können sich zu jeder Zellart des menschlichen Körpers entwickeln. Voraussetzung ist, dass sie mit den richtigen Wachstumsfaktoren behandelt werden.

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS)

Proteininduzierte pluripotente Stammzellen (piPS)

Keimbahn abgeleitete pluripotente Stammzellen (gPS)

Adulte Stammzellen

Ethik und Recht






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