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02.09.2010
 

Steinzeit-Bauten am Rhein

Archäologen entdecken 7200 Jahre alte Siedlung

Steinzeit-Rheinländer: 7200 Jahre alte Skelette ausgegrabenZur Großansicht
DDP

Steinzeit-Rheinländer: 7200 Jahre alte Skelette ausgegraben

Grüße von Steinzeit-Rheinländern: Bei Düren haben Archäologen Reste einer 7200 Jahre alten Siedlung ausgegraben. Bauern haben demnach früher den Rhein überquert als angenommen. Vor allem der steinzeitliche Dorffriedhof war reichlich gefüllt.

Düren - Archäologen haben das älteste bisher bekannte Bauernhaus links des Rheins gefunden. Der Fund bei Düren-Arnoldsweiler in Nordrhein-Westfalen ist rund 7200 Jahre alt, wie Experten des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege mitteilten. Zusammen mit den Resten des Bauernhofs aus der Jungsteinzeit legten die Experten eine ganze Großsiedlung frei. Zudem fanden sie einen der größten Friedhöfe aus dieser Zeit in Deutschland.

Das sei ein Fund der Extraklasse, jubelten die Experten des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege fest. Bisher habe die Wissenschaft angenommen, dass die ersten sesshaften Bauern vom Osten nur bis zum Rhein gekommen seien.

Das am Computer rekonstruierte Bauernhaus erinnert an eine Scheune: Bis zu acht Meter hoch und 35 Meter lang, an einem Ende schließt das Haus mit einem schmalen Rechteck ab. "Es hatte 120 bis 140 Quadratmeter Grundfläche", sagte der Archäologe Erwin Cziesla. Er glaubt, dass bis zu acht Menschen in dem Haus aus Eichenholz gewohnt haben - wahrscheinlich waren viele Kinder darunter.

Von diesem Haus ausgehend, hätten sich immer mehr Menschen angesiedelt, meinen die Archäologen. 35 Häuser aus der Jungsteinzeit sind freigelegt. "Wahrscheinlich stecken aber noch 40 bis 50 Häuser im Acker", vermutet Cziesla.

Besonders staunenswert war der Friedhof, gleich neben dem Haus: Die ersten sesshaften Siedler legten gleich neben dem Dorf einen Friedhof an. Mit kleinstem Werkzeug wie Löffelchen und Pinselchen haben die Archäologen fast 110 Skelette freigelegt. Die wurden zwar über die Jahrtausende im Boden zersetzt, sind aber immer noch erkennbar: Viele Kinder, ein Jugendlicher, Erwachsene mit Grabbeigaben wie Beil, Reib- oder Malstein, ein Erwachsener mit einem Neugeborenen.

boj/dpa

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