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05.09.2010
 

Fund in Vorpommern

Archäologen heben Silberschatz aus dem Frühmittelalter

Überraschung auf dem Acker: Schatz aus dem Frühmittelalter entdeckt
Fotos
DPA

Dutzende Münzen, Schmuck und drei Silberbarren - Forscher haben auf einem Acker bei Anklam einen spektakulären Fund gemacht. Arabische Gravuren auf den Geldstücken zeigen: Im Ostseeraum boomte im frühen Mittelalter der Handel zwischen Ost und West.

Anklam/Greifswald - Auf einem Acker bei Anklam in Vorpommern haben Archäologen einen spektakulären Fund gemacht: Mit Hilfe von Metalldetektoren entdeckten die Forscher 82 Münzen und Münzfragmente, einen Silberreif und drei Silberbarren aus dem frühen Mittelalter in der nassen Erde. "Münzschätze aus dieser Zeit sind äußerst selten, in der Menge ist das einer der wirklich bedeutenden", sagt Archäologe Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege.

Die Münzen tragen arabische Schriftzeichen und Verzierungen. "Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab", sagt der Greifswalder Historiker Fred Ruchhöft. Bereits vor 1200 Jahren war die südliche Ostseeküste Teil eines globalen Handelsnetzes.

Boomregion an der Ostsee

Ein Teil der bei Anklam gefundenen Münzen ist inzwischen datiert: Die älteste stammt aus der Zeit um 610, die jüngste aus der Zeit um 820. Die Münzen wurden in Regionen geprägt, die heute in Nordafrika, Iran, im Irak oder in Afghanistan liegen. Über osteuropäische Handelsrouten entlang des Schwarzen Meers, des Dnjepr, der Wolga und dann an der Ostsee seien die Münzen in der Größe von Zwei-Euro-Stücken nach Nordeuropa gelangt.

Der Fund in der Nähe eines slawischen Siedlungsplatzes erweitert die Kenntnisse über den Handel im südlichen Ostseeraum und über die Bedeutung dieser Region. Im Frühmittelalter sei das Land an der Peene, das heute unter einem dramatischen Bevölkerungsschwund leidet, eine Boomregion im Ostseeraum gewesen, sagen Historiker. Mit der Peene hatte die Region einen direkten Zugang zum Meer. Der Siedlungsplatz befand sich nahe der Wikingersiedlung Menzlin, die ein strategisch bedeutender Stützpunkt und Umschlagsplatz für den Handel zwischen Ost und West war.

Schatz entsprach dem Wert eines Sklaven

Nach Einschätzung Ruchhöfts pflegten die Slawen und Wikinger als Nachbarn nicht nur ein friedliches Miteinander, sondern auch einen regen Warenaustausch. Die Münzen könnten über arabische Kaufleute oder slawische Handelsreisende in die Region gebracht worden sein, vermuten Experten.

Angelangt in Pommern, verloren die Münzen allerdings ihren monetären Wert, wie Ruchhöft sagt. Entscheidend sei nicht mehr der Zahlungswert, sondern nur noch das Gewicht der Geldstücke gewesen. Die ästhetisch prachtvoll gestalteten Münzen wurden - wie auch ein ebenfalls zum Schatz gehöriger, vermutlich in der Wolgaregion hergestellter Armreif - beim Handeln zerhackt und dann gewichtsweise in Viertel- oder Halbmünzen gegen Naturalien getauscht.

Warum der Schatz vergraben wurde, können die Wissenschaftler nicht mit Bestimmtheit sagen. "Möglicherweise war es die Angst vor Raub, die einen Slawen animierte, den Schatz in den Acker zu versenken", sagt Ruchhöft. Für rund 200 Gramm Silber - so viel wiegt der Schatz - konnte sein Besitzer vier Ochsen oder mit etwas Handlungsgeschick einen Sklaven erwerben.

Von Martina Rathke, dpa

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Archäologen und Metalldetektor in einem Satz? Sind Metalldetektoren nicht Teufelszeug für Archäologen? Oder waren Hobby-Archäologen unterwegs? Tausend Fragen, wenig Antworten. [...] mehr...

06.09.2010 von qlcasa: Was es hier zu diskutieren gibt?

Sie haben recht, hier gibt es nicht viel zu diskutieren, deshalb sollten wir uns alle bei A.D.H. bedanken, denn hätte er nicht einen solchen Unfug geschrieben, hätte wir hier wirklich nichts worüber wir hätten diskutieren [...] mehr...

05.09.2010 von autocrator: wert

korrekterweise müsste es wohl heissen "silber und gold wurde durch die jahrtausende derselbe wert zugemessen." bis auf wenige ausnahmen in der spitzentechnologie haben silber und gold zumindest im alltag keinerlei [...] mehr...

05.09.2010 von glücklicher südtiroler: Fund in Vorpommern: Archäologen heben Silberschatz aus dem Frühmittelalter

Nach der Völkerwanderung und vor der Einwanderung der Slawen war das Gebiet praktisch fast bevölkerungsleer, was sich auch in der generellen Fundarmut ausdrückt. Speziell die Wikinger trieben einen sehr umfangreichen Handel [...] mehr...

05.09.2010 von Ursprung: Jouernalistische Faehigkeiten

Diskutal ist hier in der Tat kaum etwas, was im Forum zu dem Thema sinnvoll stattfinden koennte. Insofern ist die Frage eines Foristen berechtigt (wohl an spon gerichtet) was denn hier diskutiert werden soll? Moeglich ist [...] mehr...

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