
DNS-Analyse im Landeskriminalamt Düsseldorf: Nun können auch aus ausgefallenen Haaren genetische Fingerabdrücke gewonnen werden.
Wiesbaden - Dirk Büchner, Sprecher des Bundeskriminalamtes, sagte SPIEGEL ONLINE, bislang könnten 95 Prozent der an Tatorten gefundenen Haare nicht für DNS-Analysen genutzt werden. Dafür waren bislang lebende Zellen nötig, die in den sogenannten telogenen Haaren nicht mehr zu finden sind. Bei DNS-Haartests waren deswegen nur ausgerissene Haare verwertbar, an denen sich noch Teile der Haarwurzel befanden.
Für das neue Verfahren, das BKA-Forscher in zweijähriger Arbeit entwickelt haben, ist dies nun nicht mehr nötig. Die am Tatort gefundene Haare werden dabei zunächst vollständig aufgelöst. Danach können aus der Lösung kleine verbliebene Bruchstücke der DNS gewonnen werden. Aus ihnen werden nach Angaben von BKA-Sprecher Büchner sechs Merkmalsgruppen gebildet, die die Zuordnung einzelner Personen mit einer Wahrscheinlichkeit von durchschnittlich eins zu 20 Millionen ermöglichen. Bei besonderen Merkmalskombinationen seien sogar noch größere Sicherheiten möglich.
"Selbstverständlich" werde das Verfahren vor Gericht Bestand haben, so Büchner. Es soll nun vom BKA auch anderen Ermittlungsbehörden zur Verfügung gestellt werden. BKA-Chef Ulrich Kersten sagte vor Journalisten, die neue Methode sei ein "Durchbruch" bei der Bekämpfung von Gewaltverbrechen. Damit könnten möglicherweise auch längst zu den Akten gelegte Morde oder Vergewaltigungen aufgeklärt werden.
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