Washington - Vier Jahre später als geplant, beendet das Gammastrahlen-Observatorium seine Arbeit. "Compton war neun Jahre lang ein Arbeitstier und hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagte Nasa-Wissenschaftler Alan Bunner. Ursprünglich sollte der Satellit lediglich zwischen zwei und fünf Jahre lang im All bleiben. Für seinen kontrollierten Absturz ist das Goddard Space Flight Center im US-Bundesstaat Maryland verantwortlich.
Mit Hilfe der zwei noch verbliebenen Lagekontrollgeräte und den Steuerdüsen soll Compton bis zum 4. Juni über dem Pazifik, rund 4000 Kilometer südöstlich von Hawaii zum Absturz gebracht werden. Insgesamt viermal sollen die Triebwerke des Observatoriums gezündet werden, um die Höhe der Umlaufbahn zu verringern. Ein großer Teil des Satelliten wird danach in der Atmosphäre verglühen, voraussichtlich sechs Tonnen Metallabfälle werden aber noch in einem 26 Kilometer breiten und 1550 Kilometer langen Korridor die Oberfläche des Ozeans erreichen. Einzelne Bestandteile, besonders Batterien, Titantanks und Stücke der Aluminiumstruktur könnten nach Ansicht der Nasa weitgehend intakt bleiben.
Doch die Nasa hatte den kontrollierten Absturz von Anfang an geplant. "Bereits vor dem Start von Compton war klar, dass die Sonde am Ende der Mission wegen ihrer Größe wieder in die Erdatmosphäre eintreten muss", sagte Ed Weiler vom Nasa Hauptquartier. Konkrete Pläne für die Zerstörung von Compton gibt es seit Dezember letzten Jahres, als das Kontrollzentrum den vorhergesagten Ausfall eines Gyroskopen registrierte, der zur Lagekontrolle notwendig ist.
"Comptons Entdeckungen haben unser Bild vom Universum grundlegend beeinflusst", lobt Alan Bunner die Ergebnisse der Mission. Das Teleskop hatte über 400 Quellen von Gammastrahlung lokalisiert, zehnmal mehr als vor seinem Start bekannt waren. Insgesamt konnten 2500 einzelne Strahlungsausbrüche registriert werden. Bis zum Start von Compton waren insgesamt nur 300 beobachtet worden.
Am Compton-Teleskop waren neben den Vereinigten Staaten auch Deutschland, die Niederlande und die Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) beteiligt. Compton zählte neben Hubble und dem Röntgenteleskop Chandra zu den drei wichtigsten Observatorien der Nasa.
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