Deutsches Trinkwasser: Der Krebs kommt "schluckweise"
Leipzig - Krebs erregende Stoffe im Trinkwasser sind nach Informationen des ARD-Magazins "Plusminus" in zahlreichen Städten und Gemeinden nachgewiesen worden. Dem Bericht zufolge, der am Dienstagabend ausgestrahlt werden soll, werden die zulässigen Grenzwerte für so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oftmals überschritten. "Plusminus" bezieht sich dabei auf einen bislang unveröffentlichten Forschungsbericht, der vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches in Auftrag gegeben wurde.
Die bei Verbrennungsprozessen entstehenden PAK gelangen über Wasserleitungen ins Trinkwasser, die in den sechziger und siebziger Jahren mit Teer ausgekleidet wurden, um sie abzudichten und vor Rost zu schützen.
Aus dem Forschungsbericht ergebe sich, dass in einigen Gemeinden so hoch mit PAK belastetes Wasser aus der Leitung fließe, dass bei täglichem Konsum über einen längeren Zeitraum Gesundheitsschäden möglich seien. Dort sei mit bis zu 50 zusätzlichen Krebsfällen pro 100.000 Einwohnern zu rechnen, zitiert das Magazin den Kieler Toxikologen Hermann Kruse. Wo die Grenzwerte für PAK überschritten würden, hielten die Wasserwerke bislang geheim.
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