Ausgezeichnet Französischer Mathematiker bekommt Abelpreis

Yves Meyer erhält dieses Jahr den renommierten Abelpreis aus Norwegen. Der französische Mathematiker hat Methoden entwickelt, mit denen sich Daten digital komprimieren lassen.

Mathematiker Yves Meyer
AFP

Mathematiker Yves Meyer


Der diesjährige Abelpreis geht an den Franzosen Yves Meyer. Der in Paris lebende Forscher werde "für seine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der mathematischen Theorie der Wavelets" geehrt, teilte die norwegische Wissenschaftsakademie am Dienstag in Oslo mit.

Der Preis wird seit dem Jahr 2003 für außergewöhnliche Arbeiten auf dem Gebiet der Mathematik verliehen und gilt als eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen weltweit. Vergleichbar ist der Abelpreis am ehesten mit dem Nobelpreis, der in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Wirtschaft und Literatur verliehen wird.

Die ebenfalls sehr renommierte Fields-Medaille wird nur alle vier Jahre an Mathematiker verliehen, die im Jahr vor der Auszeichnung jünger als 40 waren. 2014 war die Fields-Medaille erstmals an eine Frau vergeben worden. Bei Nobelpreisen und dem Abelpreis besteht keine solche Altersbeschränkung.

Die vom diesjährigen Preisträger Mayer mitentwickelte Theorie der Wavelets wird unter anderem bei der Kompression von Signalen genutzt. Eine sogenannte Wavelet-Transformation kann beispielsweise die Datenmenge eines Bildes reduzieren. Verwendet wird sie unter anderem beim Grafikformat JPEG2000. Auch das weit verbreitete Format JPEG kann als Wavelet-Transformation interpretiert werden.

Meyer habe "grundlegende Beiträge zu Problemen der Zahlentheorie, der harmonischen Analysis und der Theorie partieller Differentialgleichungen geliefert", hieß es in der Laudatio. Mit seiner Arbeit habe er Generationen von Mathematikern inspiriert.

Den Preis soll Meyer am 23. Mai bei einer Feier in Oslo aus den Händen des norwegischen Königs Harald V. entgegennehmen. Die Auszeichnung ist mit sechs Millionen norwegischen Kronen (rund 657.000 Euro) dotiert. Preisträger der vergangenen Jahre waren unter anderem der Topologe John Milnor (2011), der Zahlentheoretiker Pierre Deligne (2013) und Andrew Wiles (2016), der den Großen Fermatschen Satz bewiesen hatte.

hda/dpa



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