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Abwehrkräfte: Singen stärkt die Immunabwehr

Singen kann dem Immunsystem einen Schub geben. Die Zahl der Antikörper steigt nach 60-minütiger Sangesübung nachweisbar an, wie Frankfurter Wissenschaftler herausgefunden haben. Das bloße Zuhören bringt die körpereigene Abwehr hingegen nicht auf Trab.

Trällern für die Antikörper: Die Kelly-Family bei einem Konzert in Oldenburg Ende 2001
DDP

Trällern für die Antikörper: Die Kelly-Family bei einem Konzert in Oldenburg Ende 2001

In einer Pilotstudie mit Chorsängern hatten die Frankfurter Erziehungswissenschaftler Hans Günther Bastian und Gunter Kreutz die Menge von Antikörpern vor und nach dem Singen gemessen. Nach der einstündigen Probe von Mozarts "Requiem" war bei den Sängern eines Kirchenchores die Konzentration der so genannten Immunglobuline vom Typ A deutlich höher als zuvor. Je mehr Immunglobulin im Blut enthalten ist, umso leitungsfähiger ist das Immunsystem. Keine Wirkung zeigte dagegen allein das Anhören geistlicher Musik, teilten die beiden Mitarbeiter des Instituts für Musikpädagogik mit.

Wie der positive Effekt auf das Immunsystem zustande kommt und wie lange er anhält, müsse nun in weiteren Studien geklärt werden, empfehlen die Wissenschaftler. Da allein in Deutschland rund 3,2 Millionen Menschen in mehr als 60.000 Chören singen, könnte das Singen möglicherweise sogar eine gesundheitspolitische Dimension haben. Auch die inflationären Gesangswettbewerbe erscheinen angesichts der Erkenntnisse der Wissenschaftler in einem ganz anderen Licht.

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