Ägypten Grab aus schwarzer Periode gefunden

Pharao Echnaton wollte mit der altägyptischen Götterwelt brechen und scheiterte: Sein neuer Gott Aton setzte sich nicht durch. Jetzt entdeckten Forscher das Grab eines Würdenträgers von Echnaton. Die Wandbilder darin berichten aus der Zeit der kurzen Religionsrevolte.


Er war ein "ketzerischer Pharao" – so bezeichnete das Volk Echnatons offenbar seinen Herrscher. Denn der ägyptische Gebieter aus dem 14. Jahrhundert vor Christus hatte mit der Jahrtausende alten Tradition des antiken Ägypten gebrochen und beschlossen, sich von der Verehrung des Gottes Amun abzuwenden. Stattdessen erklärte er Aton in Gestalt einer Sonnenscheibe zum Hauptgott. Somit mussten sich seine Gefolgsleute zur Anbetung des neuen Gottes bekennen.

Offenbar behielt Echnaton aber trotz seines revolutionären Verhaltens einige religiöse Traditionen bei. Ein Archäologenteam aus den Niederlanden hat in Ägypten jetzt ein Grab aus der Epoche des Pharaos entdeckt. Darin beerdigt war ein hoher Beamter namens Ptahemwi. In seinem Grab fanden die Forscher mehrere Gemälde, auf denen etwa Affen abgebildet sind, die Früchte essen. Außerdem erzählen die Bilder von Alltagsszenen aus der damaligen kurzen Religionsrevolte.

Wie der Oberste Rat für die ägyptische Antike mitteilte, liegt die etwa 3300 Jahre alte Grabstätte in der Totenstadt von Sakkara. Die Entdeckung zeige, dass Standespersonen auch während Echnatons Herrschaft in der Grabstadt beerdigt wurden. Damit sei weiterhin den religiösen Traditionen gefolgt worden.

Dauerhaft durchsetzen konnte sich Echnaton mit der Verehrung des Gottes Aton nicht. Obwohl er den Kult anderer Götter nicht verbot, gab es Ausschreitungen, Tempelschließungen und Verfolgung. Auch deshalb wird die Epoche Echnatons häufig als schwarze Periode bezeichnet.

hei/AFP



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