Ägypten Neu entdecktes Grab in Pyramide enthält Mumienrest

In der Grabkammer einer kürzlich ausgegrabenen Pyramide nahe Kairo haben ägyptische Archäologen einen massiven Sarkophag entdeckt. Darin lagen die Überreste einer Mumie - und die Forscher glauben auch zu wissen, um wen es sich handelt.


Kairo - Ägyptens streitbarer Chef-Archäologe Zahi Hawass ist sich sicher: Die Pyramide wurde für Seschseschet, die Mutter des Pharaos Teti errichtet, die im zweiten Jahrtausend vor Christus lebte. Die Antikenverwaltung berichtete, der ursprüngliche Eingang zu der Pyramide sei mit massiven Granitquadern gut verschlossen gewesen. Die Archäologen hätten deshalb einen schon vor Jahrtausenden von Jahren von Grabräubern geschaffenen Einstieg benutzt, um in die 16 Quadratmeter große Grabkammer zu gelangen.

Der Deckel des Sarkophages, der in der Kammer stand, war nach Angaben der Altertümerverwaltung so schwer, dass er in einer fünfstündigen Aktion mit Spezialwerkzeugen hochgehoben werden musste. Er wog den Angaben zufolge rund 6000 Kilogramm. Auf dem Sarkophag war der Name der Frau, die darin beigesetzt wurde, nicht eingraviert.

Im Inneren des Steinsarges fanden die Archäologen laut Hawass auch Überreste eines inneren Sarkophages, der offensichtlich von den Grabräubern zerstört worden war. Die Mumie, von der nur noch einige Knochen sowie einzelne umwickelte Körperteile übrig waren, hatten die Räuber nicht gestohlen. Doch ist zu vermuten, dass sie beim Entfernen des Grabschmucks stark beschädigt wurde.

Der Fund gelang in Sakkara, der Begräbnisstätte der Herrscher, die in Memphis regierten. Der Ort liegt etwa 19 Kilometer südlich von Kairo. Neue Erkenntnisse hatten zuletzt darauf hingedeutet, dass die Totenstadt noch größer war als bislang vermutet - obwohl dort schon seit 150 Jahren gegraben wird.

Die verfallene Pyramide, die in der Nähe der ebenfalls zusammengestürzten Pyramide des Teti liegt, war im vergangenen November erstmals freigelegt worden. Sie soll ursprünglich rund 15 Meter hoch gewesen sein. Die ägyptischen Archäologen gehen davon aus, dass die mehr als 4200 Jahre alte Pyramide in einer späteren Epoche erneut als Grabstätte genutzt worden war.

chs/dpa



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