Aids: Mythos um HIV-Ursprung widerlegt
Eine alte Legende um den Ursprung des HI-Virus ist hinfällig: Lange Zeit hielt sich der Glaube, der tödliche Aids-Erreger sei in Afrika bei Schluckimpfungen gegen Kinderlähmung vom Schimpansen auf den Menschen übergegangen. Eine Studie hat das nun widerlegt.
Grafik von HIV: Nicht durch Schluckimpfung übertragen
Es gilt als sicher, dass sich das HI-Virus aus einem ähnlichen Erreger entwickelt hat, wie ihn zentralafrikanische Schimpansen in sich trugen. Unklar bleibt dagegen, wann und wo genau die Übertragung auf den Menschen stattgefunden hat. Einer der Mythen hierzu lautete, dass die Epidemie in den fünfziger Jahren bei einer Schluckimpfung gegen Kinderlähmung ihren Anfang nahm - in Kisangani, einer Großstadt der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Dabei sei SIV - die in Schimpansen vorkommende HIV-Version - auf den Menschen übertragen worden.
Diesen Mythos haben jetzt US-Forscher widerlegt. Wäre die Theorie richtig, schreiben Michael Worobey und seine Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Nature" (B. 428, S. 820), müssten auch heutige SIV-Stämme aus der Region noch eine direkte Verwandtschaft zu HIV-1, der weitest verbreiteten Aids-auslösenden Variante, aufweisen. Also machten sich die Forscher im Jahr 2000 in die Demokratische Republik Kongo auf, um Genmaterial aktueller SIV-Varianten zu finden und mit HIV-1 zu vergleichen.
Schimpansen: Affen-Virus ging HIV voraus
Die Studie hat nicht nur einen Mythos des Aids-Ursprungs widerlegt. Die Erkenntnisse sollen auch die Kinderlähmungs-Impfungen in Afrika wieder in ein besseres Licht rücken. In Nigeria wurde wegen des Glaubens an die Legende in einigen Bundesstaaten die Impfung sogar verboten. Mit verheerenden Ergebnissen: Nigeria hat jetzt die höchste Anzahl an Kinderlähmungs-Fällen in der ganzen Welt.
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