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Ehrung durch Gauck: "Astro-Alex" bekommt Bundesverdienstkreuz

Alexander Gerst (Archivbild): Am 10. November 2014 kehrte der deutsche Astronaut zurück zur Erde Zur Großansicht
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Alexander Gerst (Archivbild): Am 10. November 2014 kehrte der deutsche Astronaut zurück zur Erde

Alexander Gerst soll das Bundesverdienstkreuz bekommen. Der Astronaut hatte sechs Monate auf der Internationalen Raumstation verbracht und regelmäßig vom Leben in der Schwerelosigkeit berichtet.

Berlin - Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst, auch bekannt als "Astro-Alex", wird am 13. Januar von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Das teilte das Bundespräsidialamt in Berlin mit. Gerst hatte von Mai bis November auf der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet und mit Fotos aus dem Weltall einen oft überraschenden Blick auf die Erde vermittelt.

"Der Flug hat gezeigt, welche Faszination ausgelöst werden kann, wenn der Mensch seine Grenzen überschreitet und die Bevölkerung daran teilhaben lässt", sagte der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Jan Wörner. Gerst war der elfte Deutsche im Kosmos und der dritte Deutsche auf der ISS. "Er konnte wertvolle wissenschaftliche Ergebnisse unter anderem in den Bereichen Medizin, Biologie und Materialwissenschaften mit zur Erde bringen", sagte Wörner.

Für seine Mission rund 400 Kilometer über der Erde war Gerst bereits zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Künzelsau in Baden-Württemberg ernannt worden. Nach seiner Rückkehr vom Außenposten der Menschheit hatte der Geophysiker mitgeteilt, zunächst bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Köln zu arbeiten und künftige Astronauten zu unterstützen. Einen erneuten Flug ins All schließt er nicht aus.

Freilich lief nicht immer alles wie geplant. Beim Elektromagnetischen Levitator (EML), einem in Deutschland entwickelten Schmelzofen, klemmte beispielsweise ein Bolzen. Nach langer Diskussion mit der Bodenkontrolle griff Gerst zur Säge, sprühte den Bolzen mit Rasierschaum ein und verhinderte so, dass Späne durch die Station flogen. "MacGyver-Art", nennt der Astronaut sein Vorgehen. MacGyver heißt das Improvisationsgenie in der gleichnamigen Fernsehserie, das etwa eine Bombe mit einer Büroklammer entschärfte.

jme/dpa

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