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Alternde Gesellschaft Experten fordern den Senioren-Arbeitsmarkt

Senioren: "Bildung, Arbeit und Ruhestand ist nicht mehr zeitgemäß"Zur Großansicht
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Senioren: "Bildung, Arbeit und Ruhestand ist nicht mehr zeitgemäß"

2. Teil: Sechs Strategien für Arbeit im Alter

Aber sind die Bundesbürger wirklich so veränderungsfreudig? Den Wissenschaftlern ist klar, dass das bei den meisten eher nicht der Fall ist. Die Rente mit 67 - oder noch später - stößt allgemein eher auf Ablehnung. Nach Ansicht der Experten sind hier Unternehmen und Politik gefragt. Sie müssten die richtigen Anreize geben:

  • Unternehmen sollten ältere Mitarbeiter halten und neu einstellen und die Stärken der erfahrenen Mitarbeiter bewusst fördern. "Altersgemischte Teams steigern die Produktivität sowohl für ältere als auch für jüngere Arbeitnehmer, wenn sie geschickt zusammengesetzt sind", erklärt Thomas Zwick vom Institut für Wirtschaftspädagogik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Ein Unternehmen müsse die Leistungsanforderungen auch immer wieder an die Fähigkeiten des Arbeitnehmers anpassen - und damit auch an altersbedingte Veränderungen.

  • Wichtige Grundlage für das Gelingen wäre eine neue Personal- und Lohnpolitik, die es für Arbeitgeber attraktiv macht, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen. Das könnte erreicht werden, wenn Unternehmen das weitverbreitete Senioritätsprinzip - mit jedem Berufsjahr verdient man automatisch mehr - durch variable, leistungsabhängige Lohnanteile ersetzt.

  • Kontinuierliche Weiterbildung müsste vom Rand- zum Top-Thema werden. Die Kompetenzen, die sich über die gesamte Lebensspanne entwickeln, sollten mit Zertifikaten festgehalten werden - und so den Tätigkeits- oder Branchenwechsel erleichtern. Zum Teil könnte diese beständige Qualifizierung auch in eine neue, zweite Karrieren münden. Eine "Rückzahlklausel" könnte verhindern, dass sich Beschäftigte teuer weiterbilden und dann kündigen.

  • Ein strategisches "Age-Management", umfassende Gesundheitsförderung und eine individuelle Personalarbeit wären geeignete Instrumente, um die Produktivität und Zufriedenheit aller Mitarbeiter, der jüngeren ebenso wie der älteren, zu optimieren.

  • Die Politik muss Bildungsphasen im Erwachsenenalter mit Rentenansprüchen belohnen, denn sie steigern die Produktivität.

  • Die Zuverdienstgrenze für Rentner müsste angehoben werden. Sogar tariflich geregelte Verweilzeiten auf bestimmten Jobs, die den Arbeitnehmer vor übermäßigem Verschleiß schützen, empfehlen die Experten. Allerdings müsste man diese optimalen Verweilzeiten in unterschiedlichen Berufsgruppen erst einmal erforschen.

Schon jetzt gibt es einige Unternehmen, die ältere Mitarbeiter als "normal" betrachten. Aber im Vergleich sind es wenige und das Altersmanagement ist meist nicht umfassend und strategisch entwickelt. Dieses Defizit sehen die Unternehemensvertreter sogar selbst. Jürgen Niemann, Geschäftsführer der Personal DB Dienstleistungen GmbH und damit Personalchef von 25.000 Eisenbahnern sagt: "Das ist ein Strauß von Aufgaben. Und vieles haben wir noch nicht zu Ende phantasiert."

Für das Altern muss Werbung gemacht werden

Wo aber soll man anfangen? Zunächst, so die Experten, müssten die massiven Vorurteile gegenüber älteren Menschen abgebaut werden. Vor allem in Unternehmen gelten Ältere als nicht mehr lernfähig, weniger produktiv und ausgelaugt - Behauptungen, die sich wissenschaftlich widerlegen lassen. Doch auch die Menschen selbst sind in überholten Altersbildern verhaftet, sehen Arbeitstätigkeit jenseits der 65 als unzumutbar.

Für das Arbeiten im Alter muss also Werbung gemacht werden. Hier könne eine deutschlandweite Aufklärungskampagne helfen, am liebsten gemeinsam mit der Bundesregierung. Daneben steht die Lobbyarbeit in Unternehmen ganz oben auf der Agenda der Forschungsgruppe.

Ursula Staudinger hätte gerne ein Bewertungssystem für die Altersfreundlichkeit von Unternehmen: "Wir stellen gerade eine Kriterienliste für entwicklungsfreundliche Unternehmen zusammen, die wir dann mit ersten Versuchsunternehmen in der Praxis umsetzen." Das Ziel: Ein Zertifikat "Entwicklungsfreundliches Unternehmen". Staudinger: "Im Kampf um die besten Köpfe wird so ein Zertifikat ein Qualitätsmerkmal sein, das sich die Mitarbeiter gut ansehen. Und sie werden eher zu Unternehmen gehen, bei denen sie sicher sein können, dass sie nicht verbraucht und zerschlissen, sondern weiterentwickelt werden."

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insgesamt 44 Beiträge
cosmo72 22.10.2009
So wie Josef Ackermann, Angela Merckel, Pofalla, Cem Özdemir, Joschka Fischer, George Bush, Steinmeier, Obama und Co... keine persönlichen Konsequenzen, wenig leisten, viel reden, silbernen oder goldenen Löffel einstecken, von [...]
So wie Josef Ackermann, Angela Merckel, Pofalla, Cem Özdemir, Joschka Fischer, George Bush, Steinmeier, Obama und Co... keine persönlichen Konsequenzen, wenig leisten, viel reden, silbernen oder goldenen Löffel einstecken, von viel zu vielen wichtig genommen werden, strafrei ausgehen und immer in der Hoffnung den 15% der Doofen in der Bevölkerung im Alltag zu begegnen, die es nicht kapieren, wie ich sie verar***t habe und sogar mich ehrfüchtig angaffen und Ihren genauso verladenen Bekannten erzählen, rate mal wen ich gesehen habe!
Wolfen 22.10.2009
gemacht worden sein. Den Rest kriege ich schon selber irgenwie hin, als 36-Jährige. MUSS ich echt erst in die Politik gehen?
gemacht worden sein. Den Rest kriege ich schon selber irgenwie hin, als 36-Jährige. MUSS ich echt erst in die Politik gehen?
fuggazzi 23.10.2009
wir werden wohl alle länger arbeiten, nitht weil wir es müssen, sondern eher wollen. nicht in der knochemmühle wie jetzt, sondern weil wir es uns aussuchen können. wir sind dann ja halbwegs abgesichert, wenn auch unsere rente [...]
wir werden wohl alle länger arbeiten, nitht weil wir es müssen, sondern eher wollen. nicht in der knochemmühle wie jetzt, sondern weil wir es uns aussuchen können. wir sind dann ja halbwegs abgesichert, wenn auch unsere rente nicht so üppig ist (ich bin jetzt 45). deswegen wird es wohl immer um einen zusatzverdienst gehen. wird auch gerade in einem gerade erschienen buch beschrieben von trendfroscher jánszky: 2020 - so leben wir in der Zukunft.
fuggazzi 23.10.2009
ach ja, und ein lebenslanger job wird dann auch nicht mehr üblich sein. jobnomaden sind dann die regel (40 % aller beschäftigten schätzt Jánszky) und Porjektarbeiter (kennen wir ja jetzt schon, sollen dann auch 40 % ausmachen). [...]
ach ja, und ein lebenslanger job wird dann auch nicht mehr üblich sein. jobnomaden sind dann die regel (40 % aller beschäftigten schätzt Jánszky) und Porjektarbeiter (kennen wir ja jetzt schon, sollen dann auch 40 % ausmachen). Nur 20 % sollen dann noch in festem lohn- und brot stehen. wenn wir uns gerade anschauen, was draußen pasiert und wie heute gemachte arbeitsverträge aussehn, ist das gar nicht so unwahrscheinlich.
samsonax 23.10.2009
Wir sollten alle Beamte werden. Denn in deren Altersvorsorgesystem gibt es keinerlei Probleme. Probleme haben nur die Versorgungssysteme, in die Leute zwangsweise einzahlen müssen.
Zitat von sysopDen 45-Jährigen von heute ist klar: Rente gibt es erst ab 67. Weniger klar ist, wie Arbeitsplätze und Berufslaufbahnen aussehen müssen, damit man bis dahin durchhält. Wie möchten Sie in Zeiten des demografischen Wandelns in Zukunft arbeiten?
Wir sollten alle Beamte werden. Denn in deren Altersvorsorgesystem gibt es keinerlei Probleme. Probleme haben nur die Versorgungssysteme, in die Leute zwangsweise einzahlen müssen.
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