Antarktis Forscher entdecken 106 Jahre alten Kuchen

Mehr als hundert Jahre alt und noch immer zum Anbeißen: Wissenschaftler haben in einer Hütte in der Antarktis einen perfekt erhaltenen Obstkuchen gefunden. Vermutlich von einem verunglückten Abenteurer.

konservierter Obstkuchen
Antarctic Heritage Trust

konservierter Obstkuchen


Neuseeländische Wissenschaftler haben in einer entlegenen Hütte in der Antarktis einen perfekt konservierten Früchtekuchen entdeckt. Der einst von der britischen Firma Huntley und Palmers hergestellte Kuchen war noch in Papier gewickelt und befand sich in einer verzinnten Dose, teilte die Stiftung Antarctic Heritage Trust in Christchurch mit.

Die Hütte war 1899 von norwegischen Forschern auf der Landzunge Kap Adare gebaut worden. Ein Team des Canterbury-Museums in Christchurch hatte in den vergangenen 14 Monaten etwa 1500 Fundstücke vom Kap Adare untersucht und konserviert.

1911 hatten Mitglieder der berühmten Antarktisexpedition des Briten Robert Falcon Scott hier Unterschlupf gesucht. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Kuchen von Scotts Team stammt. Es sei zumindest belegt, dass er genau diese Kuchenmarke zu dieser Zeit als Proviant dabei hatte. 1912 starben er und seine Begleiter auf dem Rückweg vom Südpol.

Es sei eine große Überraschung gewesen, diesen perfekt erhaltenen Früchtekuchen zu finden, sagte die Leiterin des Forschungsprojekts, Lizzie Meek. Die niedrigen Temperaturen und die Dose hätten den Kuchen konserviert. Früchtekuchen sei wegen seines hohen Energiegehalts der ideale Proviant für antarktische Bedingungen.

Obwohl der Kuchen durchaus noch genießbar roch und aussah, wollten die Forscher nicht kosten, wie Meek der neuseeländischen Nachrichtenseite "Newshub" sagte. Dies widerspreche der wissenschaftlichen Ethik. "Der Früchtekuchen wird wieder dorthin zurückkehren, wo er herkam: auf ein Regal in der Hütte." Besucher könnten ihn und die anderen Fundstücke dort bewundern.

koe/dpa



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