Antike Büste Aristoteles mit Hakennase

Wie sah der Philosoph Aristoteles wirklich aus? Seine Zeitgenossen berichteten von einer Hakennase. Jetzt haben Forscher ein steinernes Bildnis des alten Griechen gefunden, das diese Geschichten zu belegen scheint.

Aristoteles-Büste: Sie soll das genaueste Bildnis des Philosophen sein
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Aristoteles-Büste: Sie soll das genaueste Bildnis des Philosophen sein


Athen - Es ist nicht irgendein Bildnis von Aristoteles - es ist die bisher am besten erhaltene Büste des Philosophen überhaupt. Das zumindest sagt der griechische Archäologe Akestis Horemi über das steinerne Porträt, das kürzlich bei Ausgrabungen auf der Akropolis in Athen entdeckt wurde. Demnächst sollen dort die Bauarbeiten für ein neues Museum beginnen.

Die 46 Zentimeter große Büste zeigt Aristoteles als bärtigen Mann um die 60 Jahre mit resolutem Gesichtsausdruck. Ob sie aber den Philosophen, der unter anderem Alexander den Großen unterrichtet hat, tatsächlich realistisch abbildet, dürfte nicht völlig sicher sein. So entstand die Büste vermutlich im ersten Jahrhundert nach Christus - also rund 400 Jahre nach Aristoteles' Tod im Jahr 322 vor unserer Zeitrechnung.

19 andere Büsten aus der römischen Epoche Athens - die Stadt wurde 86 v. Chr. von den Römern erobert - zeigen Aristoteles nicht mit Hakennase, sondern auch mit einem geraden Riechorgan oder gar mit Stupsnase, wie Horemi erklärte. Bei diesen Bildnissen handele es sich durchweg um Kopien griechischer Originale.

mbe/AFP



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