Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Frühmenschen-Knochen im Schützengraben

Archäologen folgen der Spur von Australiens berühmtesten Piraten, britische Forscher ergründen die karge Kost von Matrosen - und in Schützengräben des Zweiten Weltkriegs wird nach verschollenen Knochen des Peking-Menschen gefahndet. Archäologische Kurzmeldungen im Überblick.

Von

UC Witwatersrand Johannesburg

+++ Die zweite Entdeckung des Peking-Menschen +++

Normalerweise träumen Paläontologen nur von einer solchen E-Mail. Doch Lee Berger von der südafrikanischen University of the Witwatersrand, Johannesburg, bekam sie tatsächlich: "Mein Vater weiß, wo die Knochen des Peking-Menschen vergraben sind", schrieb der Amerikaner Paul Bowen dem Forscher.

Die Fossilien des 770.000 Jahre alten Homo pekinensis gelten seit 1941 als verschollen. Für die Wissenschaft waren sie ein unersetzbarer Schatz: die größte Sammlung von Fossilien des Frühmenschen Homo erectus, die je im Zusammenhang gefunden wurde. Deshalb sollten sie auch aus dem kriegsgeschüttelten China heraus in Sicherheit gebracht werden, als japanische Truppen das Land besetzten.

Doch irgendwo auf dem Weg in das American Museum of Natural History in New York verliert sich ihre Spur in den Wirren des Krieges. Der heute über 80-jährige US-Marinekorpssoldat Richard Bowen aber meint, sie finden zu können. Denn das hatte er bereits einmal getan - allerdings durch Zufall. Er entdeckte die Kisten mit Knochen damals im Zweiten Weltkrieg beim Anlegen von Schützengräben im amerikanischen Camp Holcomb in der chinesischen Hafenstadt Qinhuangdao. Allerdings erschrak er bei dem Fund so sehr, berichtet sein Sohn, dass er sie schnell wieder eingrub.

In der neuen Ausgabe des "South African Journal of Science" berichten Lee Berger und zwei weitere Kollegen von einer ersten Ortsbegehung auf dem Gelände des ehemaligen Camp Holcomb. Mit Hilfe von Bowens Erinnerung konnten sie mögliche Orte ausfindig machen, an denen die Kisten liegen könnten: Unter einem Gebäude, unter einem Parkplatz oder unter einer Straße. Vielleicht wissen sie bald mehr: Demnächst soll das Gelände neu bebaut werden - und im Zuge der Bauarbeiten könnte Homo pekinensis tatsächlich ein zweites Mal gefunden werden.



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insgesamt 2 Beiträge
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LeToubib 01.04.2012
1.
In London baute man tatsächlich Schiffe für die "Armee"? Achso, ja: Heute ist doch 1. April ...
Alder Pälzer 01.04.2012
2. Seit wann
Zitat von sysopUC Witwatersrand JohannesburgArchäologen folgen der Spur von Australiens berühmtesten Piraten, britische Forscher ergründen die karge Kost von Matrosen - und in Schützengräben des Zweiten Weltkriegs wird nach verschollenen Knochen des Peking-Menschen gefahndet. Archäologische Kurzmeldungen im Überblick. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,824641,00.html
schreibt Fleischhauer hier ? Gibt´s für so was Lahmes wirklich Geld ? Nebenbei, der schlimmste Aprilscherz kommt erst morgen: Kohls Geburtstag.
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