Ausgrabungen in Ägypten Mindestens 17 Mumien entdeckt

Spektakuläre Entdeckung: Südlich von Kairo haben Archäologen 17 Mumien ausgegraben. Es ist der zweite aufsehenerregende Fund in wenigen Wochen.

REUTERS

Bei Grabungen in Mittelägypten sind mindestens 17 Mumien gefunden worden. Die präparierten Leichname wurden in freigelegten Katakomben in acht Meter Tiefe in der Provinz Minja entdeckt, die meisten seien vollständig erhalten, wie das ägyptische Antiken-Ministerium am Samstag mitteilte.

Der Grabungsleiter Salah al-Chuli sagte bei einer Pressekonferenz, dass die Archäologen in der Region Tuna al-Gabal, südlich der Hauptstadt Kairo, auf die Körper gestoßen seien. Laut dem Professor der Universität von Kairo könnten sich bis zu 32 Mumien in der Grabkammer befinden. Darunter auch Leichname von Frauen, Kindern und Säuglingen.

Die Grabkammer wurde letztes Jahr per Radar von einer Gruppe von Studenten der Universität von Kairo entdeckt. Die Archäologen fanden Sarkophage aus Kalkstein und Lehm, Tiersärge und Papyrusrollen mit volkstümlichen Schriften.

Mehr Mumien, mehr Touristen

Das Alter der Mumien wurde noch nicht bestimmt. Mohamed Hamza, Dekan der archäologischen Fakultät der Universität, vermutet aber, dass sie aus Ägyptens griechisch-römischer Zeit stammen, die auf die Eroberung durch Alexander den Großen 332 vor Christus folgte.

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Fund in Ägypten: Mumien und Sarkophage

Die ägyptischen Behörden haben in den vergangenen Jahren eine Reihe ehrgeiziger archäologischer Projekte angestoßen - in der Hoffnung, neue Entdeckungen könnten mehr Touristen anlocken. Unter anderem suchten sie im Grab von Tutanchamun nach einer geheimen Kammer, in der die Mumie seiner Stiefmutter Nofretete vermutet wurde.

Erst Anfang Mai hatten Archäologen nahe Luxor erstmals die Reste eines symbolischen Grab-Gartens, einer Anlage mit rechteckigen bepflanzten Feldern, aus der Zeit der Pharaonen entdeckt. Der kleine Garten wurde in der Nekropole Dra Abul el-Naga entdeckt. Mitte April fanden Experten in einem gut erhaltenen Grab aus der Zeit der Pharaonen acht Mumien, farbenprächtige Holzsarkophage sowie rund eintausend Tonfigürchen als Grabbeigabe. Die Totenstadt in Oberägypten wurde seit etwa 2200 vor Christus zur Bestattung von Verstorbenen genutzt.

bma/AFP/reuters



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Sumerer 13.05.2017
1.
Jedem alten Ägypter war es gestattet vor dass Totengericht zu treten vor den dort versammelten Göttern sein negatives Sündenbekenntnis abzulegen. Das für das Volk gültige negative Sündenbekenntnis unterschied sich von dem der Pharaonen, die auch eine Richterfunktion inne hatten. Sie durften töten. Aus diesem Grund und dem Leben nach dem Tode wurden Bestattungen so aufwendig ausgeführt. Respekt vor den Toten und ihrem Glauben scheinen die ägyptischen Behörden nun gerade nicht zu haben. Sonst könnten sie die mumifizierten Leichname nicht so einfach ihren jeweils zugehörigen Sarkophagen entnehmen. Jedenfalls scheinen die vielen Schutzsymbole und Bemalungen den Toten nach etwa 2000 Jahren nicht mehr viel zu helfen.
Tiananmen 14.05.2017
2.
Zitat von SumererJedem alten Ägypter war es gestattet vor dass Totengericht zu treten vor den dort versammelten Göttern sein negatives Sündenbekenntnis abzulegen. Das für das Volk gültige negative Sündenbekenntnis unterschied sich von dem der Pharaonen, die auch eine Richterfunktion inne hatten. Sie durften töten. Aus diesem Grund und dem Leben nach dem Tode wurden Bestattungen so aufwendig ausgeführt. Respekt vor den Toten und ihrem Glauben scheinen die ägyptischen Behörden nun gerade nicht zu haben. Sonst könnten sie die mumifizierten Leichname nicht so einfach ihren jeweils zugehörigen Sarkophagen entnehmen. Jedenfalls scheinen die vielen Schutzsymbole und Bemalungen den Toten nach etwa 2000 Jahren nicht mehr viel zu helfen.
Das steht nicht im Artikel: sie haben vorher eine dreitägige Totenzeremonie zu Ehren von Anubis gefeiert oder was glauben Sie. Hat Howard Carter anno 22 auch gemacht, sonst hätte ihn ja der Fluch des Pharao ereilt...ach, hat er ja. Sehen Sie, das ist der Beweis.
Sumerer 14.05.2017
3.
Zitat von TiananmenDas steht nicht im Artikel: sie haben vorher eine dreitägige Totenzeremonie zu Ehren von Anubis gefeiert oder was glauben Sie. Hat Howard Carter anno 22 auch gemacht, sonst hätte ihn ja der Fluch des Pharao ereilt...ach, hat er ja. Sehen Sie, das ist der Beweis.
OK. Carter hätte schon wissen können - Jean-François Champollion war ja bereits Geschichte - dass die ägyptischen Toten nach ihrem Glauben eine andere Behandlung erwarteten als er ihnen zu Teil werden ließ. Andererseits hätte ich selbst nicht die "wundervollen Dinge" gesehen, die Carter im Grab des Pharaos entdeckte. Wenn Carter Hieroglyphen wirklich lesen konnte, dann hat er dem altägyptischen Glauben jedenfalls auch keinen Respekt gezollt. Denn die Altägypter zelebrierten mit ihrem Totenkult ihre Wiedergeburt (eine Erkenntnis Champollions) - wie sie auch dem Islam dem Judentum und Christentum Jenseitsvorstellungen mit auf den Weg gaben. Was würde ich tun? Wahrscheinlich würde ich wie besessen buddeln, wie Carter auch. Manches steht nicht im Artikel. Allerdings sprechen die Bilder eine deutliche Sprache!
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