Von Angelika Franz
+++ Riesenhirsch im Ural +++
Wozu bauten Menschen in der Jungsteinzeit einen riesigen Elch in die Landschaft des Urals? Das Tier am See Zjuratkul ist so groß wie zwei Fußballfelder - aus der Luft sind deutlich seine vier Beine, die längliche Schnauze und die zwei Geweihschaufeln zu erkennen. Bei neuen Untersuchungen in diesem Sommer entdeckten die Archäologen im Bereich der Schnauze und der Hufe Passagen zwischen kleinen Mauern. Auch etwa 40 Steinwerkzeuge kamen zutage.
Bei den meisten davon handelt es sich um axtähnliche Grabwerkzeuge aus Quarzit. Mit ihnen gruben die Erbauer des Elches Lehm für die Mauern aus, glaubt Stanislav Grigoriew von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Die Bearbeitungsspuren an den Werkzeugen seien typisch für die Kupfersteinzeit, das 4. und 3. Jahrtausend vor Christus, es seien aber auch ältere Exemplare darunter.
Heute ist der Elch von Gras überwachsen. Im ursprünglichen Zustand hob er sich aber mit seinen weißen Mauern vom grünen Grashintergrund ab und war deutlich von der Kuppe eines nahe gelegenen Hügels zu sehen. Das Riesentier gehört zu einer Megalithkultur, die in der Jungsteinzeit im Ural viele Stätten errichtete.
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