Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Karte gibt Hinweis auf verschwundene Siedler

Von Angelika Franz

5. Teil: +++ Kampf dem Rost +++

Rostige Nägel: Auf lange Sicht ist Eisen alles andere als stabil Zur Großansicht
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Rostige Nägel: Auf lange Sicht ist Eisen alles andere als stabil

Industriearchäologen haben einen ganz besonderen Feind: Rost! Denn viele ihrer Artefakte bestehen aus Eisen - und sind damit anfällig für Korrosion. Tim Scarlett von der Michigan Technological University arbeitet an Methoden, das Metall rostfrei zu konservieren. "Eisen alleine ist unglücklich" erklärt Scarlett sein Forschungsmaterial. "Es ist instabil. Es ist viel glücklicher, wenn es sich mit anderen Atomen zu chemischen Verbindungen zusammenschließen kann." Wenn Wasser und Sauerstoff vorhanden sind, entstehen daher verschiedene Eisenoxide und -hydroxide - auch bekannt als Rost.

Die Konservierung ist ein schwieriges Unterfangen: "Für alle archäologischen Relikte gilt: Wir dürfen die Materialstruktur nicht verändern, auch nicht die chemische Zusammensetzung oder das Aussehen. Und die Konservierung muss auf ewig haltbar sein, billig, schnell und sicher. Oh ja, und sie muss umkehrbar sein, so dass der Originalzustand des Artefakts jederzeit wiederherstellbar ist", beschreibt Scarlett seine Aufgabe.

Die Museen sind voll von Artefakten, an denen Konservatoren der Vergangenheit neue Methoden ausprobierten - die sich dann aber nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten als äußerst zerstörerisch für die Objekte erwiesen.

Derzeit arbeitet Scarlett an einer Technik, Wasser, das sich in winzigen Poren in Eisen-Gegenständen festgesetzt hat, durch gepresstes Kohlendioxid zu ersetzen. Außerdem entwickelt er eine Beschichtung aus Polymeren, die verhindern soll, dass weiteres Wasser in die Artefakte eindringt und sie rosten lässt.

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1. "Stern" ist Symbol für Fort
Alimentator 02.05.2013
Zitat von sysopAP/ British MuseumWas ist mit den Siedlern von Roanoke passiert? Geheimtinte auf einer Karte aus dem 16. Jahrhundert könnte das Rätsel lösen. In Kambodscha berichten Archäologen von gefährlichen Bananen, Mesoamerika-Forscher betonen den Wert des Ballspiels. Ein Überblick über archäologische Entdeckungen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,832516,00.html
Der "Stern" ist das Symbol für ein Fort. Das erste Symbol war offensichtlich viel zu groß, daher hat man die Stelle mit einem Papier überklebt und genau das gleiche Symbol kleiner gemalt, damit die Siedlung (die ich übrigens nicht erkennen kann) noch daneben passt. Anscheinend war man diesmal vorsichtiger und hat einen Entwurf mit "Zaubertinte" vorgemalt - der dann später verworfen wurde.
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.