Archäologie: Riesiges Linienbild in Peru entdeckt

Eine neue Linienzeichnung in Peru haben japanische Forscher auf Satellitenbildern entdeckt. Aus der Vogelperspektive klar zu erkennen bleiben die Jahrhunderte alten Darstellungen am Boden verborgen - weil sie zu groß sind.

Ein 65 Meter langes Bild in der Wüste Perus haben japanische Forscher entdeckt. Es besteht aus Linien, die sich über die Oberfläche der Nazca-Ebene ziehen. Diese ist berühmt für ihre Linienzeichnungen, sogenannte Geoglyphen.

Geoglyph: Die Figur im Süden des Nazca-Plateaus ist nur aus der Luft zu erkennen
AFP/ YAMAGATA UNIVERSITY

Geoglyph: Die Figur im Süden des Nazca-Plateaus ist nur aus der Luft zu erkennen

Die nun entdeckte Figur sei aber bislang übersehen worden, teilte Masato Sakai von der Yamagata University in Tokio mit. Dieses Bild liege im Süden des Plateaus, über den nur wenige Touristen mit Flugzeugen fliegen würden. Im Norden von Nazca sind die eingeritzten Riesenzeichnungen eine Besucherattraktion, die man nur aus der Luft betrachten kann - wegen ihrer enormen Größe.

Die Linien zeigen verschiedene Tiere und sollen zwischen 50 vor Christus und dem Jahr 600 entstanden sein. Damals florierte das Königreich von Nazca. Die Figuren werden mit Fruchtbarkeitsriten in Zusammenhang gebracht.

Das nun entdeckte Bild zeigt nach Ansicht der Forscher ein gehörntes Tier. In der Aufnahme weisen die Füße nach oben und der Kopf nach unten. Seine Bedeutung sei unklar, da keine vergleichbaren Abbildungen bekannt sind. Allerdings ähneln die Hörner im Detail Darstellungen auf Töpferwaren aus der Zeit des Nazca-Reichs.

Sakai und seine Kollegen fanden die Figur auf Bildern eines kommerziellen US-Satelliten, der sie im März dieses Jahres aufgenommen hatte. Es sei das erste Mal seit den 1980er Jahren, dass andere Liniendarstellungen als bloße geometrische Muster in Nazca gefunden worden seien, berichtet die japanische Zeitung "Mainichi Shimbun".

Im Bereich der Hörner der Figur haben Fahrzeuge den Geoglyphen teilweise zerstört. Deutlich sind Reifenspuren zu erkennen. "Wir wollen all diese Bilder identifizieren und konservieren, bevor sie nach und nach zerstört werden", sagte Masato Sakai der Zeitung. Dazu setze sein Forschungsteam auf den Fernerkundungssatelliten "Daichi", den die japanische Weltraumagentur im Januar ins Weltall geschossen hatte.

Bereits vor einem Jahr hatten Archäologen Linienzeichnungen in der Nähe der Stadt Palpa in Peru entdeckt, die noch älter als die Darstellungen von Nazca sein sollen: Die Vögel, Affen, Katzen und menschliche Gestalten sollen vor 2100 Jahren in den Fels geritzt worden sein. Sie bedecken 145 Quadratkilometer und könnten als astronomischer Kalender gedient haben.

stx

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