Von Angelika Franz
Manchmal lohnt es sich, den Abwasch gleich zu erledigen. Bereits seit 2010 lag ein unscheinbarer Tontopf aus der Stadt Tel Megiddo in Israel im Magazin der Ausgrabung. Als die Archäologen ihn jetzt reinigen wollten, staunten sie nicht schlecht: Aus seinem Inneren wuschen sie den größten kanaanitischen Schatz, der jemals gefunden wurde. Der Schatz aus Gold und Silber lag in der Hofecke eines Wohnhauses vergraben und wurde dort vor etwa 3100 Jahren versteckt - rund 150 Jahre, bevor die Israeliten schließlich das Land Kanaan eroberten.
Zu den seltenen Schmuckstücken gehören auch Ohrringe aus Gold mit kleinen Figürchen von Ibex und Wildziegen, neun Paar Ohrringe in Mondsichelform, ein goldener Siegelring und Tausende Perlen aus Karnel. Vielleicht stammen einige der Schmuckstücke aus dem nahen Ägypten. Vor allem die Perlen ähneln dem Design ägyptischen Schmucks aus dieser Zeit. Megiddo pflegte damals enge Handelsbeziehungen nach Ägypten. Der Boden in der Nähe des Schatzes war zerwühlt. Vielleicht hatte schon kurz nach dem Verstecken jemand versucht, ihn zu finden. Die Forscher hoffen jetzt, bei der Analyse des Stoffes, in den die Schmuckstücke eingewickelt waren, mehr über deren Herkunft herauszufinden.
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