Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Archäologie: So lernten die Maya das Pyramiden-Bauen

Von

Maya: Auf der Spur der Bauleute von Ceibal Fotos
DPA

Warum bauten die geheimnisvollen Maya erhöhte Plätze und Pyramiden für ihre religiösen Riten? Archäologen erklären jetzt: Sie haben keineswegs nur bei den Olmeken abgekupfert. Die Baumeister beider Völker standen aber in engem Kontakt.

Keine Frage, bauen konnten die Maya. Egal ob Pyramiden, Paläste, Observatorien oder Ballspielplätze - die Maya schufen beeindruckende Bauwerke in ihren Städten. Doch woher hatten sie die Ideen dazu? Wer erklärte ihnen, wie man Pyramiden baut? Wer zeigte ihnen, wie die öffentlichen Plätze positioniert werden müssen?

Einige Forscher halten die Olmeken an der Golfküste für die Ideengeber der Maya, für die Quelle, aus der sie für ihre Kunst, Architektur und auch Gesellschaftsordnung schöpften. Andere Wissenschaftler glauben dagegen, dass die Olmeken der Golfküsten den Maya des Tieflandes eher wenig Impulse gaben - sondern einfach nur eine konkurrierende Gruppe waren. Die Maya, glauben sie, hätten ihre Kultur aus sich selber heraus, ohne größere Einflüsse von Außen entwickelt.

Mit diesen Fragen im Hinterkopf machten sich Forscher um Takeshi Inomata von der University of Arizona in Tucson in der Stadt Ceibal im heutigen Guatemala an die Arbeit. Bereits in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte dort ein Team der Harvard University gegraben. Ihr damaliges Fazit: Es waren Olmeken aus der Stadt La Venta, die den Bau der Maya-Siedlung Ceibal bestimmten. Insbesondere Keramik und eine Jadeaxt schienen für diese Version zu sprechen.

Doch Takeshi und sein Team fanden Belege für eine andere Geschichte. Die Menschen in Ceibal begannen demnach lange vor den Olmeken in La Venta, einen zeremoniellen Platz in ein Maya-typisches Ensemble aus Platz und Pyramiden umzuwandeln. Die Entwicklung dahin scheint ein gemeinsamer Weg sehr verschiedener Gruppen gewesen zu sein: im südwestlichen Tiefland der Maya, im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas, an der Pazifik- sowie an der südlichen Golfküste.

Die frühen Bewohner Ceibals, berichten die Forscher nun im Fachmagazin "Science", begannen um das Jahr 1000 v. Chr. mit der Konstruktion einer Plattform. Dafür schufen sie eine Fläche auf dem anstehenden Kalkstein und bedeckten diese mit einer Schicht schwarzer Erde mit einem hohen Anteil an Ton. Ajaw nennen die Ausgräber dieses Bauwerk - noch keine Pyramide, sondern eher eine erhöhte Plattform, zu der eine Rampe hinaufführte.

Rund fünfzig Meter östlich davon bauten die Maya eine längliche Plattform, Xa'an: etwa einen Meter hoch und 42 bis 55 Meter lang. Ajaw und Xa'an zusammen sind das erste bekannte Beispiel für eine sogenannte E-group assemblage, bestehend aus einer rechteckigen Plattform im Westen und einer länglichen im Osten. Doch bis weitere kulturelle Zentren der Maya solche Anlagen bauten, sollten noch einmal rund 200 Jahre vergehen.

Baumeister nutzten überregionale Kontakte

Zwischen 850 und 800 aber begannen bereits ausgedehnte Renovierungsarbeiten in Ceibal. Mit dem Gebäude B'ehom hatte die Stadt nun erstmals eine Pyramide, drei bis fünf Meter hoch. Nur hundert Jahre später, um 700 v. Chr., waren es bereits sechs bis acht Meter. In dieser Zeit vergrößerten die Bewohner von Ceibal auch die Plaza, indem sie Xa'an verfüllten und leicht versetzt eine größere längliche Plattform, Saqpusin, errichteten.

Und was machten währenddessen die Olmeken? Neue Datierungen legen nahe, dass San Lorenzo, eines der großen Zentren der Olmeken, bereits um 1150 v. Chr. seine Bedeutung verloren hatte. In La Venta dagegen, das später San Lorenzo in seiner Bedeutung ablöste, kam das Leben erst so richtig ab 800 v. Chr. in Schwung. Genau in diese Lücke nun fallen die Bauwerke in Ceibal.

Doch auch in anderen Siedlungen blieben die Baumeister in jenen zwei Jahrhunderten nicht untätig. Im südwestlichen Tiefland, im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas, an der Pazifik- sowie an der südlichen Golfküste begannen sie, Plattformen und Hügel zu errichten. Auch wenn daraus erst später klar erkennbare E-group assemblages werden sollten, ähneln sich die frühen Phasen dieser Monumente doch mehr, als durch Zufall erklärbar wäre.

"Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Ursprünge der Zivilisation im Tiefland der Maya weder durch Einflüsse der Olmeken von der Golfküste noch durch eigenständige Entwicklung erklärt werden können", schreiben Inomata und Kollegen in ihrem Aufsatz. "Die Abfolge der architektonischen Entwicklungen in Ceibal legt nahe, dass diese Siedlung nicht der passive Empfänger von Ideen war, die anderswo entwickelt wurden, sondern wahrscheinlich aktiv an dem Neuerungsprozess beteiligt war - und diese Entwicklung scheint durch überregionale Kontakte vorangetrieben worden zu sein."

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Versteh' ich nicht
largo25 25.04.2013
Zitat von sysopDPAWarum bauten die geheimnisvollen Maya erhöhte Plätze und Pyramiden für ihre religiösen Riten? Archäologen erklären jetzt: Sie haben keineswegs nur bei den Olmeken abgekupfert. Die Baumeister beider Völker standen aber in engem Kontakt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-so-lernten-die-maya-das-bauen-a-896558.html
Weshalb wird von "Experten" ständig versucht, die eine originäre Quelle für eine Architekturform zu finden? Sobald ein Volk genug materielle Überschüsse produziert, um sich rituelle Bauten leisten zu können, werden diese auch gebaut. Der Kasten (Quader) ist die einfachste Form für Bauwerke aus Stein, Lehmziegeln und Holz (z.B. einfaches Wohnhaus). Für höhere Bauten ist die Pyramidenform zwingend, solange nichts über die beim Bau wirkenden Kräfte bekannt ist (führt z.B. zum Ringanker). Das finden frühe Architekten (mit genügend materiellen Ressourcen im Hintergrund) durch entsprechende Experimente heraus. Und das geht auch ohne geistigen Austausch zu anderen bauwilligen Völkern. Unterschätzt doch nicht immer die geistigen Leistungen von Menschen vor 500, 1000 oder 5000 Jahren.
2. Einige Forscher halten
fragel 25.04.2013
sich für den Nabel der Welt. Ich glaube denen einfach nicht. Es ist eine Theorie, denn beweise haben sie keine. Es wurden inzwischen soviele Fund gemacht und diese unterschlagen , da durch deren Bekanntgabe das bisherige Weltbild der sogenannten Wissenschaftler einstürzt. Früher wollten die Wissenschaftler Wissen schaffen, jetzt versucht der größte Teil dieser Leute ihren guten Ruf zu wahren. Ich bin der Ansicht , gerade in der Forschung zur Menschheit kann noch nicht alles gefunden worden sein und da wird noch vieles gefunden , was die Geschichte auf den Kopf stellt. Nur sollten die echten wissenschaftler keine Angst haben und sich auch korrigieren. Das geht garnicht anders, denn forschende Wissenschaftler stossen immer wieder auf neue erkenntbisse. Doch sollten sich zB auch Forscher um Takeshi Inomata von der University of Arizona der Wahrheit und ihren Kenntnissstand verpflichtet fühlen und von ihren Vermutungen als solchen zu berichten. Wissen können sie es nicht, denn dann müssten sie es beweisen können und das ist nicht der Fall.
3. optional
querulant1892 25.04.2013
Naja.... Olmeken- und Maja-Pyramieden kann man nur bedingt miteinander vergleichen, da die Olmeken ihre Pyramieden eher aus Erde und Lehm gebaut haben, während die Maya eher aus Stein gebaut haben. Andererseits: Der Hauptgrund für den Erfolg der Pyramieden lag an der geometrisch- architektonischen Struktur. Wenn man bei einem Turm den ersten / unteren Stein entfernt, kippt der ganze Turm zusammen. Aber bei einer Pyramiede wäre ein Umstürzen nicht der Fall, wenn an der unteren Basis ein Baufehler vorliegt.
4.
Zaunsfeld 25.04.2013
Zitat von sysopDPAWarum bauten die geheimnisvollen Maya erhöhte Plätze und Pyramiden für ihre religiösen Riten? Archäologen erklären jetzt: Sie haben keineswegs nur bei den Olmeken abgekupfert. Die Baumeister beider Völker standen aber in engem Kontakt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-so-lernten-die-maya-das-bauen-a-896558.html
Da sollten wir Erich von Däniken fragen. Er hält ja Menschen generell für zu dumm, um auch nur ein einziges Kackloch selbst zu erfinden, sondern es muss ihnen erst einmal von einem Außerirdischen beigebracht worden sein, wie man so ein Loch gräbt ... von Pyramiden ganz zu schweigen.
5.
Zaunsfeld 25.04.2013
Zitat von fragelsich für den Nabel der Welt. Ich glaube denen einfach nicht. Es ist eine Theorie, denn beweise haben sie keine. Es wurden inzwischen soviele Fund gemacht und diese unterschlagen , da durch deren Bekanntgabe das bisherige Weltbild der sogenannten Wissenschaftler einstürzt. Früher wollten die Wissenschaftler Wissen schaffen, jetzt versucht der größte Teil dieser Leute ihren guten Ruf zu wahren. Ich bin der Ansicht , gerade in der Forschung zur Menschheit kann noch nicht alles gefunden worden sein und da wird noch vieles gefunden , was die Geschichte auf den Kopf stellt. Nur sollten die echten wissenschaftler keine Angst haben und sich auch korrigieren. Das geht garnicht anders, denn forschende Wissenschaftler stossen immer wieder auf neue erkenntbisse. Doch sollten sich zB auch Forscher um Takeshi Inomata von der University of Arizona der Wahrheit und ihren Kenntnissstand verpflichtet fühlen und von ihren Vermutungen als solchen zu berichten. Wissen können sie es nicht, denn dann müssten sie es beweisen können und das ist nicht der Fall.
Aluhut nicht vergessen ... gegen die Strahlen ... Sie wissen schon, welche ....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Archäologischer Fund: Maya-Hände verzieren Decke und Wände


SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: