Von Angelika Franz
Luft für die Terrakotta-Armee
Die Ausgrabung ist oft der Tod von Artefakten. Kaum sind sie der Luft, dem Licht und dem feuchten Atem von Museumsbesuchern ausgesetzt, beginnen sie unweigerlich zu zerbröseln, zu schimmeln, sich einfach aufzulösen. Ganz besonders gilt dies für große Objekte, die nicht in klimatisierte Glasvitrinen passen, sondern einfach so in großen Hallen ausgestellt werden.
Ein trauriges Beispiel für diesen Prozess sind die mehr als 1500 Artefakte aus dem Grab des ersten Kaisers von China, Qin Shihuangdi. Die Krieger und Pferde aus Terrakotta stehen in einer riesigen Halle mit einer Grundfläche, die fast so groß ist wie drei Fußballfelder. Über fünf Millionen Besucher kommen jährlich, um die Schätze aus dem Mausoleum des Qin Shihuangdi zu bestaunen.
Eine Studie zu umwelttechnischen Kontrollmaßnahmen für archäologische Museen kam zu dem Schluss, dass dringend Maßnahmen getroffen werden müssen, um einen weiteren Verfall der Terrakotta-Krieger aufzuhalten. In der Zeitschrift "Environmental Science & Technology" der American Chemical Society stellen die Forscher um Zhaolin Gu ihre Ergebnisse vor. Sie fordern zum Beispiel einen "Luftvorhang", der die Figuren von der Umwelt abschirmen und das Eindringen von Schmutz und Hitze verhindern soll. Außerdem könnte eine Schicht gekühlter Luft am Boden der Anlage eine Art Schutzdecke um die Artefakte legen.
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