Von Angelika Franz
Die Zeit zwischen dem Abzug der Römer im 5. Jahrhundert und der Ankunft der Normannen im Jahr 1066 gilt in England als die "dunklen Jahrhunderte".
Nun hat eine Ausgrabung für einen Fahrstuhlschacht im York Minster ein kleines, aber fundreiches Fenster in diese Zeit geöffnet und etwas Licht in die Dunkelheit bringen können. Unter den Funden waren Knochen aus der Wikingerzeit, normannische Fundamente und eine extrem seltene angelsächsische Münze. Bei der Münze handelt es sich um eine sceatta, eine Silbermünze. Sie wurde für den Erzbischof Eanbald geprägt, der Verbindungen an den Hof Karls des Großen hatte. Die Münze ist so gut erhalten, dass sie wahrscheinlich niemals im Umlauf war. Daraus schließen die Archäologen, dass in unmittelbarer Nähe der Fundstätte geprägt wurde.
Die Münzstätte und der sie umgebende Reichtum könnte die Wikinger in großer Zahl nach York gelockt haben. In den folgenden Jahren ließen sie sich in der Stadt nieder und handelten fleißig mit den Angelsachsen: York war für seine anglo-skandinavische Mischkultur bekannt. Die Wikinger waren es auch, die der Stadt schließlich den heutigen Namen gaben. Die Römer hatten sie noch Eboracum genannt, wahrscheinlich nach dem keltischen Wort *Eborko- für Eibenbäume. Unter den Angelsachsen wurde daraus die Eoforwic, die "Siedlung der Eber". Die Skandinavier aber nannten sie Jórvik - "Pferdebucht".
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mensch | RSS |
| alles zum Thema Ausgegraben | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH