Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Tutanchamuns geheimnisvolle Mutter

Der Vater des berühmten Pharaos Tutanchamun war Echnaton. Doch wer war seine Mutter? Ein Ägyptologe bringt nun einen prominenten Namen ins Spiel. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Rettende Luft für die Terrakotta-Armee und ein tiefer Blick in Yorks multikulturelle Vergangenheit.

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Wer war die Mutter von Pharao Tutanchamun? DNA-Analysen der vergangenen Jahre deuten darauf hin, dass es eine unbekannte Schwester seines Vaters Echnaton war. Nun hat der französische Ägyptologe Marc Gabolde von der Université Paul Valery-Montpellier III eine andere These plausibel gemacht.

Totenmaske des Tutanchamun: War Nofretete die Mutter des berühmten Pharaos? Zur Großansicht
Jon Chase/ Harvard Staff Photographer

Totenmaske des Tutanchamun: War Nofretete die Mutter des berühmten Pharaos?

In einem Vortrag an der Harvard University stellte er Nofretete als mögliche Mutter des Kindkönigs vor. Die Hauptgemahlin Echnatons war nicht seine Schwester, sondern eine Cousine ersten Grades. Das Paar war das erste in der ägyptischen Geschichte, das sein Ehe- und Familienleben öffentlich zur Schau stellte wie heute etwa David und Victoria Beckham.

Viele Wandgemälde auf den Bauten des Echnaton zeigen die beiden zusammen mit ihren Töchtern, beschützt von der Sonnenscheibe des Aton. Gabolde glaubt, dass sie auch einen Sohn zeugten: Tutanchamun. Die enge genetische Verwandtschaft beider Eltern könne nicht nur allein durch eine Bruder-Schwester-Verwandtschaft erklärt werden, sondern könne auch entstanden sein, weil zuvor schon drei Generationen jeweils Cousins und Cousinen ersten Grades geehelicht hätten: "Die Konsequenz aus diesen Eheschließungen ist, dass die DNA der dritten Generation zwischen Cousin und Cousine aussieht wie diejenige zwischen Bruder und Schwester", sagte er in seinem Vortrag.

Gabolde geht weiterhin davon aus, dass das eigentlich für Tutanchamun bestimmte Grab noch nicht gefunden wurde. Die Grabkammer, in der er gefunden wurde, sei eine Notlösung gewesen, als der König unerwartet im Alter von nur 19 Jahren starb.

Ägyptologe Marc Gabolde: Das für Tutanchamun bestimmte Grab noch nicht entdeckt Zur Großansicht
Jon Chase/ Harvard Staff Photographer

Ägyptologe Marc Gabolde: Das für Tutanchamun bestimmte Grab noch nicht entdeckt

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16 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
Meskiagkasher 17.02.2013
eschoe 17.02.2013
anchesenamun 17.02.2013
thea666 17.02.2013
ostborn 17.02.2013
uncool.ch 17.02.2013
nenntmichismael 17.02.2013
hans_herodot 17.02.2013
hans_herodot 17.02.2013
kommentariat 18.02.2013
thea666 18.02.2013
mulcahy@gmx.at 18.02.2013
mulcahy@gmx.at 18.02.2013
mulcahy@gmx.at 18.02.2013
thea666 18.02.2013
spon-facebook-10000363349 21.02.2013
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Zur Autorin
  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet vielmehr, dass Archäologie die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
  • Homepage von Angelika Franz

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Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.