Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Nach dem Fell kamen die Farben

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3. Teil: +++ Haftbefehl für den "Fürsten der Dunkelheit" gefunden +++


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Machiavelli: Haftbefehl für den "Fürsten der Dunkelheit" entdeckt
"Leg' Dich nie mit den Medici an!" Diese grundsätzliche Überlebensregel des 16. Jahrhunderts hatte Niccolò Machiavelli sträflich vernachlässigt. Vor genau 500 Jahren erließ die mächtige Florentiner Familie einen Haftbefehl gegen den Politiker, Diplomaten, Philosophen, Geschichtsschreiber und Dichter, der wegen seiner rücksichtslosen Auslegungen von Macht auch als "Fürst der Dunkelheit" bekannt wurde.

Nun hat der Historiker Stephen Milner von der Manchester University hat den Haftbefehl aus dem Jahr 1513 entdeckt. Milner war für den 500-Jahr-Gedenktag der Verhaftung auf der Suche nach Dokumenten, um die genauen Vorgänge von damals zu rekonstruieren. Der Haftbefehl wurde von einem Beamten auf einem Pferd und bewaffnet mit einer Silbertrompete an verschiedenen Stellen der Stadt verlesen.

Unter den Dokumenten aus jenen Jahren entdeckte Milner, der als Gastprofessor am Harvard Centre for Italian Renaissance Studies at Villa I Tatti in Florenz lehrt, auch die Honoraranweisung für vier Reiter, die die Straßen von Florenz nach Machiavelli durchsuchen sollten. Nachdem er gefunden war, ließen die Medici den Politiker verhaften und foltern. Zwar wurde er wieder freigelassen, sein Abstieg war von dem Moment an jedoch unaufhaltsam.

Um sich bei den Medici wieder beliebt zu machen, schrieb zu zwar noch sein bekanntestes Werk, "Il Principe" - es ist allerdings nicht bekannt, ob sie es jemals überhaupt lasen. 14 Jahre später starb Machiavelli verarmt an einem Magenleiden.

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22 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
Layer_8 24.02.2013
kulinux 24.02.2013
BettyB. 24.02.2013
terviseks 24.02.2013
terviseks 24.02.2013
skaiser5 24.02.2013
Layer_8 24.02.2013
Tiananmen 24.02.2013
Tiananmen 24.02.2013
pp0813 24.02.2013
phobos81 24.02.2013
weltenfalter 25.02.2013
Layer_8 25.02.2013
Miere 25.02.2013
Greyjoy 25.02.2013
spon-facebook-10000363349 25.02.2013
Mario_4815162342 25.02.2013
mulcahy@gmx.at 25.02.2013
mulcahy@gmx.at 25.02.2013
mulcahy@gmx.at 25.02.2013
mulcahy@gmx.at 25.02.2013
kuestengucker 07.04.2013
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Zur Autorin
  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet vielmehr, dass Archäologie die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
  • Homepage von Angelika Franz

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.