Von Angelika Franz
Zwischen 400 und 600 nach Christus waren einfache Befestigungen aus Stein auf Hügelkuppen oder anderen einfach zu verteidigenden Orten populär. Dann aber wurden sie plötzlich wieder aufgegeben. Ystgaard fragte sich, warum. Auf die Spur einer möglichen Antwort kam sie in den Gräbern jener Zeit. Denn um 500 begann sich die Bewaffnung der Krieger zu ändern. Vorher entsprachen die Waffen eines Germanen in etwa denen eines römischen Legionärs. "Die Waffentechnologie des Römischen Reiches setzte den Standard nicht nur in den Provinzen, sondern auch im freien Germanien und in Skandinavien", erklärt die Forscherin auf der skandinavischen Wissenschaftsplattform "ScienceNordic".
Zum Standard gehörten ein zweischneidiges Schwert, Lanzen, Speere und Schilde. Mit dieser Ausrüstung ließen sich kriegerische Auseinandersetzungen führen, bei denen sich zwei Armeen gegenüberstanden, die nach mehr oder weniger festen Regeln kämpften. Zunächst kamen die Speere zum Einsatz, dann die Lanzen, zum Schluss im Nahkampf das Schwert.
Als sich das Weströmische Reich auflöste, änderten sich auch die Konflikte. Aus organisierten Schlachten wurden überfallartige Scharmützel. Oft waren das Ziel der Aggressionen auch gar keine fremden Armeen mehr, sondern benachbarte Gruppen. Damit wurden um das Jahr 500 die Äxte populär, wie an den Gräberfunden abzulesen ist. Diese Waffe, die auch als Werkzeug gebraucht werden kann, steht für eine ganz andere Art von Kampfhandlungen. Es herrschte kein geordneter Kampf mehr, sondern kleinteilige Anarchie.
Zumindest für ein weiteres Jahrhundert, bis die Befestigungen wieder aufgegeben werden. Um das Jahr 600 scheint die Lage sich wieder beruhigt zu haben - die Herrschaft lag wieder in der Hand von Wenigen, die aber über größere Gebiete herrschten. Erste kleine Königreiche bildeten sich heraus, die Zeit der Axt war vorüber.
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