Von Angelika Franz
Wer waren die Etrusker? Dieser Frage geht ein italienisches Forscherteam in der aktuellen Ausgabe von PLOS One nach. Die Etrusker lebten vom 8. bis zum 1. Jahrhundert vor Christus im Raum der heutigen Regionen Toskana, Umbrien und Latium. Aus bisherige Studien wurde allerdings nicht klar, ob ihre Kultur sich lokal entwickeltet hatte oder, wie der griechische Historiker Herodot behauptet, auf Vorfahren in Anatolien zurückging.
Die Forscher nahmen DNA-Proben von 14 Individuen aus zwei etruskischen Nekropolen und verglichen die Daten mit denen von mittelalterlichen und heutigen Bewohnern des mediterranen Beckens. Dabei kam heraus, dass die Etrusker genetische Ähnlichkeiten mit den heutigen Bewohnern der Städte Casentino und Volterra haben, nicht aber mit der heutigen Bevölkerung des gesamten einstigen etruskischen Kernlandes.
Im Mittelalter sah es dagegen noch ganz anders aus: bei der mittelalterlichen Bevölkerung der Toskana handelte es sich noch um direkte Nachfahren der Etrusker. Die meisten Vorfahren der heutigen Bewohner von Florenz oder Murlo müssen also erst im Laufe der vergangenen 500 Jahre in der Toskana angekommen sein. Weiterhin ergab die Studie, dass die genetische Verbindung zu den Menschen aus Anatolien auf einen wahrscheinlich bereits 7600 Jahre alten Link zurückgeht - lange bevor die etruskische Kultur überhaupt entstand.
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