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Archäologische Entdeckungen 2010: Menschenopfer und Leichenschmaus

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Ein Kino aus der Steinzeit, 2400 Jahre alte Suppe, vergessene Bilder vom Mond - 2010 war reich an archäologischen Sensationen. Bei manchen Entdeckungen gruselten sich selbst hartgesottene Forscher.

Totenkult: Der Stamm der Moche in Peru ließ seine Verstorbenen von Insekten verspeisen Zur Großansicht
REUTERS

Totenkult: Der Stamm der Moche in Peru ließ seine Verstorbenen von Insekten verspeisen

Es war ein aufregendes Jahr für Archäologen. 2010 begann mit einer Sensation im Amazonas-Dschungel, es endete mit einer delikaten Entdeckung in China. Am Amazonas stießen Forscher auf Landschaftszeichen einer bisher unbekannten Zivilisation. Vor mehr als 700 Jahren errichteten Ureinwohner dort riesige Monumente und Straßen - 200 Jahre, bevor Christopher Columbus kam.

Als ähnlich spektakulär erwiesen sich Funde in Mexiko, wo Archäologen geheimnisvolle Schätze aus dem Grab eines Maya-Herrschers zutage förderten. Sie mussten sich allerdings erst durch die Reste von Menschenopfern wühlen. Im Sommer entdeckten Forscher dann in der norditalienischen Lombardei ein Relikt steinzeitlicher Unterhaltungskunst: Felszeichnungen, die an Filme erinnern.

Im Herbst kam eine Erfolgsmeldung aus Deutschland: In Sachsen-Anhalt hatten Forscher ein Dutzend Siedlungen aus der Bronzezeit ausgegraben. Das verblüffende Fazit der Forscher: Die Gegend war vor Tausenden von Jahren dichter besiedelt als heute.

Mitunter ließen die Entdeckungen aber selbst hartgesottene Archäologen erschaudern. Der Stamm der Moche in Peru zelebrierte offenbar einen Totenkult der besonderen Art. Er ließ seine Verstorbenen von Insekten verspeisen. Die Überreste des Leichenschmauses stellten Experten im Oktober vor.

SPIEGEL ONLINE präsentiert die bedeutendsten archäologischen Funde des Jahres:

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Keine Ahnung
sam clemens, 30.12.2010
Ich hab mit Archäologie beruflich nur am Rande zu tun, aber trotzdem: - Dass Sachsen-Anhalt in der Bronzezeit dichter besiedelt war als heute, ist eine für die moderne Archäologie charakteristische, über die Grenzen der Seriosität hinausgehende Behauptung. Dass das Gebiet verhältnismäßig dicht besieelt war, ist aber seit langem bekannt. Bei einer untergegangenen iedlung auf freiem Feld lässt sich leicht sagen, dass dort vor Tausenden Jahren mehr Menschen als heute lebten. - Christopher Columbus??? Meinetwegen Cristobal oder Cristoforo, aber doch nicht Christopher!!!! Menschenopfer in Südamerika? Neu??? Das haben schon die Eroberer im 16. Jahrhunderte detailliert beschrieben. - Steinzeitzeichnungen, die an Film-Standbildfolgen erinnern? Neu??? - Grotte Chauvet? Es ist immer besser, nicht nach möglichst spektakulären Entdeckungen zu fragen. Wissenschaftsberichte sollten und können besser sein.
2. So So
Pforzheimer 30.12.2010
Steinzeitmenschen waren gute Waffenschmide. Steine schmieden! Das kann nur einem Schreiberling vom Spiegel einfallen.
3. Nun...
worm80 31.12.2010
Zitat von PforzheimerSteinzeitmenschen waren gute Waffenschmide. Steine schmieden! Das kann nur einem Schreiberling vom Spiegel einfallen.
..so unsinnig ist das nicht! Das Substantiv *Schmied* (und das zugehörige Verb *schmieden*) werden im Deutschen auch im übertragenen Sinne gebraucht: - Verse-*Schmied* - Ränke-*Schmied* - Bündnisse werden *geschmiedet* Wenn man Sprachkritik treiben will, sollte man der Sprache auch wirklich mächtig sein.
4. Schall und Rauch
Mockingbird 31.12.2010
Zitat von sam clemensIch hab mit Archäologie beruflich nur am Rande zu tun, aber trotzdem: - Dass Sachsen-Anhalt in der Bronzezeit dichter besiedelt war als heute, ist eine für die moderne Archäologie charakteristische, über die Grenzen der Seriosität hinausgehende Behauptung. Dass das Gebiet verhältnismäßig dicht besieelt war, ist aber seit langem bekannt. Bei einer untergegangenen iedlung auf freiem Feld lässt sich leicht sagen, dass dort vor Tausenden Jahren mehr Menschen als heute lebten. - Christopher Columbus??? Meinetwegen Cristobal oder Cristoforo, aber doch nicht Christopher!!!! Menschenopfer in Südamerika? Neu??? Das haben schon die Eroberer im 16. Jahrhunderte detailliert beschrieben. - Steinzeitzeichnungen, die an Film-Standbildfolgen erinnern? Neu??? - Grotte Chauvet? Es ist immer besser, nicht nach möglichst spektakulären Entdeckungen zu fragen. Wissenschaftsberichte sollten und können besser sein.
Bei fast allem, was Sie da unter etwas zu großzügiger Verwendung von Ausrufezeichen aufzählen, kann ich Ihnen inhaltlich zustimmen. Das hier ist aber ganz schön schwach. Christopher Columbus ist eine der möglichen Formen des Namens, nämlich die englische. Der Standardname in Deutschland für den Herrn ist Christoph Kolumbus, worüber Sie sich wahrscheinlich genauso echauffiert hätten. Warum hängen Sie sich überhaupt so am Vornamen auf? Wenn Sie Cristobal wollen, bestehen Sie doch bitte auch auf das Colón, und wenn sie Cristoforo wollen, dann auf Colombo statt Columbus. Richtiger ist keins davon. Reagieren Sie eigentlich genauso, wenn jemand von Avicenna spricht oder Herrn Adam Ries ein unnützes e verpasst? Oder wenn der Spiegel dreisterweise von Rom oder Florenz spricht, statt von ... Sie wissen schon.
5. Sie sind ein
RWagner 31.12.2010
Zitat von worm80..so unsinnig ist das nicht! Das Substantiv *Schmied* (und das zugehörige Verb *schmieden*) werden im Deutschen auch im übertragenen Sinne gebraucht: - Verse-*Schmied* - Ränke-*Schmied* - Bündnisse werden *geschmiedet* Wenn man Sprachkritik treiben will, sollte man der Sprache auch wirklich mächtig sein.
philologischer Spaßvogel (und ganz schön eingebildet). Trotzdem werden Steine nicht geschmiedet, sondern allenfalls gehauen oder behauen oder gebrochen.
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