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Auffallende Ähnlichkeit: Gesichter der Eltern beeinflussen Partnerwahl

Der Partner einer Frau sieht oft ihrem Vater ähnlich, bei den Männern prägt das mütterliche Gesicht die Auswahl der Partnerin, haben ungarische Forscher herausgefunden. Und sie konnten auch zwischen den Partnern belegen: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Wird in der Kindheit schon das Aussehen eines späteren Partners festgelegt? Darauf deutet eine Studie ungarischer Wissenschaftler hin. Söhne bevorzugten Partnerinnen, die ähnliche Gesichtszüge wie ihre Mutter haben, und Frauen wählen Männer, die vom Gesicht her Ähnlichkeit mit ihrem Vater aufweisen. Das berichten die Wissenschaftler in den britischen " Proceedings of the Royal Society B".

Jennifer Aniston mit Vater: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass junge Frauen sich ihren Partner nach dem Ebenbild ihres Vaters aussuchen
Getty Images

Jennifer Aniston mit Vater: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass junge Frauen sich ihren Partner nach dem Ebenbild ihres Vaters aussuchen

Für ihre Studie fotografierten sie insgesamt 312 Probanden: 52 junge Paare und die Väter und Mütter der beiden Partner. In jedem Gesicht vermaßen sie 14 verschiedene Proportionen, unter anderem die Länge und Breite des Gesichts, den Augenabstand, die Länge der Nase und die Breite des Kinns. Anschließend verglichen sie die Ähnlichkeit der Gesichter der Kinder mit denen der Eltern und Schwiegereltern, aber auch mit 318 Männern und Frauen, die etwa genauso alt waren wie die Eltern und als Kontrollgruppe dienten.

In den Analysen zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Gesichtszügen des Vaters und des Partners der jungen Frauen. Dieser betraf vor allem den mittleren Teil des Gesichts, also die Länge und Breite der Nase und den Abstand zwischen den Augen.

Auch die Gesichter von Mutter und Partnerin der jungen Männer ähnelten sich. Hier bestand die Ähnlichkeit vor allem im unteren Teil des Gesichts, also bei Mundpartie und Kinn. Diese Analysen wurden auch von unabhängigen Beobachtern bestätigt, die die Ähnlichkeit der Gesichter auf einer Skala von eins bis zehn einschätzten.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass junge Frauen sich ihren Partner nach dem Ebenbild ihres Vaters aussuchen, während junge Männer Frauen bevorzugen, die ihrer Mutter ähnlich sehen. Grund dafür könnte sein, dass sowohl Männer als auch Frauen sich das Gesicht des andersgeschlechtlichen Elternteils von Kindheit an einprägen. Später wählen sie dann unbewusst einen Partner, der diesem Bild gleicht.

Auf der anderen Seite ergab die Untersuchung keine Ähnlichkeit zwischen den Partnern der jungen Frauen und deren Müttern sowie zwischen den Partnerinnen der jungen Männer und deren Vätern. Somit ist offenbar nicht die Vertrautheit eines Gesichts allein entscheidend, sondern vor allem das Geschlecht des Elternteils.

Auch die Gesichter zweier Partner waren sich ähnlicher als zwei zufällig zusammengestellte Gesichter, ergaben die Analysen der Forscher. Dieses Ergebnis bestätigt somit das Sprichwort, dass gleich und gleich sich gern gesellt.

Die Wissenschaftler vermuten hinter der Prägung durch den andersgeschlechtlichen Elternteil einen soziologischen Prozess: Kinder nehmen spezielle Eigenschaften vom andersgeschlechtlichen Elternteil auf, und später bevorzugen sie dann Partner mit besonderen Ähnlichkeiten zu diesem, schreiben die Forscher in dem Fachjournal.

lub/dpa/ddp

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