Von Angelika Franz
Heute wird man auf Madrids Speisekarten wohl kaum Elefantenbraten finden. Doch im Mittleren Paläolithikum, also vor 40.000 bis 12.700 Jahren, war dies eine durchaus übliche Mahlzeit. Das zeigen Schnittspuren auf Elefantenknochen, die bei einer Ausgrabung in der spanischen Hauptstadt gefunden wurden. Die Menschen schabten nicht nur das Fleisch von den Knochen, sondern zertrümmerten sie obendrein, um an das nahrhafte Mark zu gelangen.
Ein Elefant war nicht gerade eine leichte Jagdbeute - wenn die Steinzeitler einen erlegt hatten, nutzen sie jedes essbare Fitzelchen des Tieres. Noch ist nicht klar, ob es sich bei dem erlegten Elefanten um ein Mammut oder ein Palaeoloxodon handelte. Dies ließe sich leicht an den - leider nicht gefundenen - Stoßzähnen feststellen: Beim Mammut waren sie gebogen, das Palaeoloxodon trug dagegen gerade Stoßzähne.
Die Fundstelle des Tieres liegt am Ufer des Manzanares. Hier fanden die Ausgräber um José Yravedra von der Complutense University of Madrid (UCM) auf 255 Quadratmetern 82 Knochen eines Elefanten sowie 754 Steinwerkzeuge, die wahrscheinlich zum Zerlegen des Tieres gedient hatten.
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