Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Tsunami entlastet Poseidon

Von Angelika Franz

3. Teil: +++ Maries Mauer +++

Fotos
DPA

Im 16. Jahrhundert ging es in Leith hoch her. Königin Marie de Guise, die Mutter der berühmten Maria Stuart, verlegte im Jahr 1548 ihren Regierungssitz in die schottische Stadt. Eine der ersten Maßnahmen war es, die Verteidigungsanlagen auszubauen - was sich als richtige Entscheidung erwies, denn schon bald darauf standen die englischen Truppen vor den Toren der Stadt.

Teile dieser Verteidigungsanlagen haben Archäologen nun bei Bauarbeiten zu einer neuen Siedlung mit Sozialwohnungen entdeckt. "Es ist eine der wenigen Strecken der Anlage, die nicht durch Überbauung gestört wurde", freut sich Grabungsleiter Martin Cook. "Wir hoffen, dass wir tiefe Einsichten in die spätmittelalterliche Verteidigung von Leith bekommen werden." Gegen die Soldaten Heinrichs VIII. hielt die Verteidigung. Doch als elf Jahre später seine Tochter Elizabeth I. erneut Truppen nach Norden schickte, nützte sie nichts mehr - Elizabeths Armee konnte die Stadt einnehmen. Marie de Guise starb während dieser Belagerung an Wassersucht. Bei den Ausgrabungen soll es ein Schaufenster geben, durch das Besucher die Arbeiten verfolgen können.

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1. Natürlich war es Poseidon
hannnns 29.04.2012
Wer außer Poseidon hatte denn 479 v.Chr. das Recht und die Macht, in der Ägäis Tsunamis auszulösen? und insbesondere genau zum richtigen Zeitpunkt.
2. Klar war das Poseidon
4waystreet 29.04.2012
Zitat von hannnnsWer außer Poseidon hatte denn 479 v.Chr. das Recht und die Macht, in der Ägäis Tsunamis auszulösen? und insbesondere genau zum richtigen Zeitpunkt.
Er vergnügte sich mit Aphrodite. Das schlug damals schon hohe Wellen.
3. Enkelados
gothograecus 29.04.2012
Zitat von hannnnsWer außer Poseidon hatte denn 479 v.Chr. das Recht und die Macht, in der Ägäis Tsunamis auszulösen? und insbesondere genau zum richtigen Zeitpunkt.
Sie irren. Für Beben war der unter der Erde schlummernde Gigant Enkelados zuständig. Übrigens ist das mit dem Tsunami auch nichts neues. Reicherter hat lediglich Belege geliefert.
4. So so
gothograecus 29.04.2012
Zitat von sysopDPADer Meeresgott Poseidon war unschuldig am Tod einer persischen Armee, Steinzeitler aßen Elefanten bis auf das letzte Knochenstück, in Peru blieben Familien auch im Tod zusammen. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,830299,00.html
Komische Weltsicht. "Unschuldig am Tod einer persischen Armee" und vom "Tsunami entlastet". Seit wann gilt die Vernichtung einer Invasionsarmee als unmoralisch oder gar als Delikt?
5.
Kuppelbauer 29.04.2012
Zitat von sysopDPADer Meeresgott Poseidon war unschuldig am Tod einer persischen Armee, Steinzeitler aßen Elefanten bis auf das letzte Knochenstück, in Peru blieben Familien auch im Tod zusammen. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,830299,00.html
Genau! Dann war Poseidon wohl auch unschuldig an Odysseus' Irrfahrten. Seltsam, was diese Wissenschaftler sich so aus den Fingern saugen... ;)
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.