Von Angelika Franz
Eine Behandlungsart war das Strecken - ähnlich der damals auch gängigen Foltermethode. Dafür wurden Taue unter den Armen und an den Beinen befestigt, der Patient auf ein Brett gelegt und dann die Taue auseinandergezogen, um die Wirbelsäule in die Länge zu ziehen. Das Strecken wird zur Behandlung von Skoliose im Werk des persischen Gelehrten Avicenna aus dem 11. Jahrhundert empfohlen. Da das Werk im mittelalterlichen Europa sehr bekannt war, ist nur wahrscheinlich, dass Richards Ärzte es konsultierten.
Zum Glück empfiehlt Avicenna auch angenehmere Therapien, zum Beispiel Massagen, wie sie in türkischen Bädern angewendet wurden, oder das Auftragen von Kräutersalben. Richards Skoliose hatte sich bereits im Kindesalter bemerkbar gemacht, wahrscheinlich sogar schon im Alter von zehn Jahren. Vielleicht trug Richard auch ein Korsett. Das gehört übrigens heute noch zu den Therapieoptionen bei einer Skoliose.
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