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Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Schatz auf dem Grund der Donau

Die Donau diente im Mittelalter als wichtiger Handelsweg nach Byzanz, wie der Fund eines verunglückten Lastkahns belegt. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: ein Kreis-Monument in Kent, eine Mammutschmuck-Fabrik in Sachsen-Anhalt und die älteste Flaschenpost der Welt vor Shetland.

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3  Bilder
Donauschatz: Seltenes Flussschiff in der Donau entdeckt
Im Mittelalter Produkte auf der Donau zu transportieren, war kein einfaches Unterfangen. Die Boote waren schwer beladen und ließen sich nur notdürftig mit langen Ruderstangen manövrieren. Unfälle waren an der Tagesordnung.

Zeugnis eines solchen Ereignisses haben Archäologen nun unter Schlick und Kies vor dem Ufer der ungarischen Stadt Tahitótfalu entdeckt, rund 30 Kilometer nördlich von Budapest. Bei ersten Untersuchungen konnten die Forscher der Argonauts Research Group und des Museums von Szentendre schon mal die Größe bestimmen: Der flachbodige Kahn war etwa zwölf Meter lang und drei Meter breit. "Flussschiffe dieser Art wurden bislang nur ganz wenige in Europa gefunden", freut sich Attila J. Tóth von der Nationalbehörde für Kulturerbe in einem Interview mit Discovery News.

Bislang fanden die Archäologen schon ein intaktes Gefäß zwischen den Planken. Nun hoffen sie, unter den Schlamm- und Kiesschicht noch den Rest der Ladung vorzufinden. Bereits im Mittelalter war die Donau ein wichtiger Handelsweg für Ungarn. Sie verband das Land nach Westen mit dem Deutschen Reich und nach Osten mit Byzanz.

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pierre-antoine 16.09.2012
Dschey 16.09.2012
petroglobtrotter 16.09.2012
taglöhner 16.09.2012
pierre-antoine 16.09.2012
Raven17 16.09.2012
Endlager 17.09.2012
derrassigejosef 17.09.2012
derrassigejosef 17.09.2012

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.

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