Ausgegraben: Die edlen Sohlen von Napoleons Schwester

Von Angelika Franz

2. Teil: +++ Neue alte Sehnswürdigkeit in London +++

Anstehen für den Mithras-Tempel: Die Entdeckung war eine echte Sensation 1954Zur Großansicht
Getty Images

Anstehen für den Mithras-Tempel: Die Entdeckung war eine echte Sensation 1954

London hat viele großartige Sehenswürdigkeiten: Big Ben, Westminster Abbey, das Riesenrad London Eye. Und einen römischen Mithras-Tempel. Dessen Fundamente an der Queen Victoria Street untersuchen über 50 Archäologen. Der Tempel selber wartet indessen im Magazin des Museum of London darauf, nach Abschluss der Arbeiten wieder an seinen ursprünglichen Platz zu kommen. Dort soll er in das neue Hauptquartier des Mediengiganten Bloomberg L.P., das dort entsteht, eingebaut werden.

Doch die Arbeiten verzögern sich. Wie die Webseite Londonist berichtet, sind die Erhaltungsbedingungen im Boden an der Stelle so gut, dass sich die Ausgrabungen verlängern - die Archäologen finden zu viel. "Die Bodenbedingungen sind perfekt für den Erhalt von organischem Material und Hunderten von Artefakten aus Metall, Holz, Knochen und Leder", heißt es vom Museum of London. "Diese Funde werden zum besseren Verständnis des Lebens in diesem Teil des römischen London beitragen und helfen, die Entstehungsgeschichte des Mithrastempels zu erzählen."

Der Tempel wurde im Jahr 240 errichtet - ein kleines, höhlenartiges Gebäude. Dort zelebrierten die Anhänger des Mithras ihre geheimen Rituale. Zentrales Element des Kultes war die blutige Opferung von Stieren. Nach der Mythologie trug der Gott Mithras einst einen Stier in eine Höhle und opferte ihn dort, um mit seinem Blut und seinem Samen die Welt zu erneuern. Der Kult war vor allem bei römischen Soldaten sehr beliebt, Frauen waren dagegen streng verboten.

Der Mithrastempel von London wurde bereits 1952 entdeckt und sorgte damals für Straßenblockaden durch die vielen Schaulustigen, die interessiert die Ausgrabungen an der Queen Victoria Street verfolgten. Nach der Bergung wurde das Gebäude 90 Meter entfernt vom Originalstandplatz schlecht rekonstruiert wieder aufgebaut. Nach Abschluss der Grabungsarbeiten soll der Mithrastempel nun wieder an seinem ursprünglichen Ort zurückkehren.

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insgesamt 8 Beiträge
darthmax 10.02.2013
eigentlich interessant, da wird bei Plymouth ein Versammlungsort nicht ausgegraben, um die Totentuhe nicht zu stören, woanders werden Gräber geöffnet und Gebeine untersucht. Von Ägypten bis England. Was ist jetzt Totenruhe ? [...]
eigentlich interessant, da wird bei Plymouth ein Versammlungsort nicht ausgegraben, um die Totentuhe nicht zu stören, woanders werden Gräber geöffnet und Gebeine untersucht. Von Ägypten bis England. Was ist jetzt Totenruhe ? Gibt es da Unterschiede, so eine Art Rassismus der Toten ?
laracroft11 10.02.2013
Die Gesetze sind in jedem Land anders. Generell könnte man sagen dass Gräber auf einem Friedhof nicht aus reiner wissenschaftlicher Neugier geoeffnet werden wenn es noch lebende Verwandte gibt.
Die Gesetze sind in jedem Land anders. Generell könnte man sagen dass Gräber auf einem Friedhof nicht aus reiner wissenschaftlicher Neugier geoeffnet werden wenn es noch lebende Verwandte gibt.
rosalilla 10.02.2013
Bei den Schuhen der Pauline Bonaparte sind Ihnen offenbar die Maße durcheinander geraten. Schuhe in einer Länge von 10 cm (!) passen keiner noch so zierlichen Prinzessin, es sei denn, sie ist ein Baby. Sie entsprechen ungefähr [...]
Bei den Schuhen der Pauline Bonaparte sind Ihnen offenbar die Maße durcheinander geraten. Schuhe in einer Länge von 10 cm (!) passen keiner noch so zierlichen Prinzessin, es sei denn, sie ist ein Baby. Sie entsprechen ungefähr einer Schuhgröße 17, die normalerweise ein Baby von maximal 6 Monaten trägt.
rosalilla 10.02.2013
Eine kleine Ergänzung zu meinem vorigen Kommentar: Auf der britischen Seite "Past Horizons" habe ich einen Artikel über die Entdeckung der Schuhe gefunden. Dort wird ihre Größe mit der britischen Größe 2 angegeben, was [...]
Eine kleine Ergänzung zu meinem vorigen Kommentar: Auf der britischen Seite "Past Horizons" habe ich einen Artikel über die Entdeckung der Schuhe gefunden. Dort wird ihre Größe mit der britischen Größe 2 angegeben, was ungefähr einer deutschen Größe 34 entspricht. Das kommt dann wohl schon eher hin...
"...zierlich und zart soll sie gewesen sein - so sehr, dass sie oft von Zimmer zu Zimmer getragen wurde und nicht einmal selber laufen brauchte." Herzlichen Dank für den Artikel! Jetzt raten Sie mal, was meine Frau [...]
"...zierlich und zart soll sie gewesen sein - so sehr, dass sie oft von Zimmer zu Zimmer getragen wurde und nicht einmal selber laufen brauchte." Herzlichen Dank für den Artikel! Jetzt raten Sie mal, was meine Frau von mir verlangt!
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  • Sonntag, 10.02.2013 – 10:15 Uhr
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Zur Autorin
  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet, dass Archäologie vielmehr die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
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Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.





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