Von Angelika Franz
Dort standen sie dicht gedrängt: Allein 13 davon fanden Francigny und sein Team auf einer Fläche, die nicht viel größer ist als ein Basketballfeld. "Die Dichte ist enorm", sagt Francigny in einem Interview mit der Wissenschafts-Internetplattform LiveScience. "Weil der Trend hunderte von Jahren anhielt, bauten sie mehr, mehr, mehr Pyramiden, und nach Jahrhunderten begannen sie dann, auch noch die Lücken zwischen den Pyramiden zu füllen."
Die Pyramidenhysterie in Sedeinga begann vor rund 2000 Jahren, als im heutigen Sudan ein Königreich namens Kush existierte. Allerdings waren die Pyramiden von Kush deutlich kleiner als ihre ägyptischen Verwandten. Wie Francigny und Kollegen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Sudan and Nubia" berichten, hatte die größte gerade mal eine Seitenlänge von sieben Metern. Die kleinste, die über einem Kinderbegräbnis errichtet war, maß nur 7,5 Zentimeter.
Interessanterweise sind die Pyramiden alle über einer inneren runden Kuppel errichtet. Vielleicht war diese Form eine Mischung aus alten lokalen Bestattungsriten und neuen Architekturimpulsen aus Ägypten. Die meisten der Gräber wurden bereits in der Antike geplündert. Neben einer Pyramide fanden die Ausgräber jedoch noch einen Opfertisch. Darauf war eine Inschrift in merotischen Hieroglyphen zu lesen: Oh Isis! Oh Isis! Dies ist Aba-la. Gib ihr reichlich Wasser, gib ihr reichlich Brot, tische ihr eine gute Mahlzeit auf. Aba-la könnte ein Kosename für "Großmutter" gewesen sein.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mensch | RSS |
| alles zum Thema Ausgegraben | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH