Von Angelika Franz
Als im Jahr 1620 die Pilgerväter aus England an der nordamerikanischen Küste landeten und Plymouth gründeten, mussten sie zunächst sieben Jahre lang dort ausharren. Das verlangten die Londoner Finanziers von ihnen, damit die neuen Siedler sich nicht in den Weiten des neuen Kontinents verlören. Erst nach Ablauf dieser Zeit durften sie Land außerhalb der ersten Siedlung in Besitz nehmen. Eine der ersten Neugründungen war Duxbury. Dort haben Archäologen nun das erste Versammlungshaus der Pilgerväter entdecken können. Die Familien von Myles Standish, John and Priscilla Alden und Elder William Brewster bauten es im Jahr 1634, weil der Weg nach Plymouth zu weit und anstrengend war, um ihn für jede Andacht zurückzulegen. Bis dahin waren sie noch für jeden Gottesdienst zurück in die erste Siedlung gefahren.
An der Stelle des Versammlungshauses liegt heute der Myles Standish Friedhof. Bei Bodenradarmessungen fanden die Archäologen hier eine E-förmige Struktur, die sie für die Fundamente des Versammlungsbaus halten. In den Tagen der Pilgerväter gab es keine Trennung zwischen Kirche und Staat. Das Versammlungshaus diente gleichzeitig für Gottesdienste und für Gemeindeversammlungen, für Gebete und Gerichtsverhandlungen. "Die Versammlungshäuser des 17. Jahrhunderts standen in der Regel auf Erhöhungen innerhalb der Siedlung", schreibt Ausgräber Craig Chartier in seinem Bericht der Arbeiten. "So sollte das Gebäude strahlen wie eine Stadt auf dem Berg, um den Menschen ein Beispiel zu geben, wie sie ihr Leben führen sollten."
Eine Ausgrabung wird jedoch nicht stattfinden können, weil dadurch die Gräber des Friedhofes gestört werden würden. Die ersten Siedler der neuen Gemeinde wurden in unmittelbarer Nähe des Versammlungshauses bestattet.
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