Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Forscher finden 1400 Jahre altes Shoppingcenter

Schon im Irland des Mittelalters gab es Shoppingcenter - inklusive gefälschter Markenware. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: die ehemalige Piratenstadt Port Royal soll Weltkulturerbe werden und Spuren eines ungewöhnlichen Begräbnisses in Barcelona.


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Irland: Das Einkaufszentrum aus dem Mittelalter
+++ Shoppen im Mittelalter: Hunde, Alkohol und gefälschte Schwerter +++

Wohin ging ein Mann von Welt im 7. Jahrhundert zum Einkaufen? Auf die Insel Dunnyneil im nordirischen Strangford Lough. Archäologen fanden hier eine beeindruckende mittelalterliche Shopping Mall, in der man so ziemlich alles bekam, was die europäischen Märkte in jenen Jahren hergaben: von Wein über Felle und Seehundhäute bis hin zu Sklaven und irischen Wolfshunden.

Die Waren kamen von so weit her wie Russland, Deutschland, Frankreich und sogar Island. Vor allem für Weinhändler war der Marktplatz hier ein attraktives Ziel, da die irischen Könige Wein sehr schätzten. Zu den oft gesehenen Kunden auf Dunnyneil gehörten demnach die Bediensteten der Dal Fiatach, der königlichen Dynastie mit Sitz in Downpatrick. "Dieses kleine Inselchen hatte eine große Bedeutung für den Reichtum des Königreiches Ulster", erklärt Ausgräber Tom McErlean.

Aber auch vor Fälschungen von Markenwaren war ein Handelsplatz wie Dunnyneil nicht sicher. So wurden hier in den späteren Jahren des Marktplatzes unter anderem auch Ulfberht-Klingen gehandelt. Ulfberht war ein berühmter fränkischer Schmied, der seine Klingen mit +VLFBERH+T signierte. Seine Waffen wurden so beliebt, dass sie massenhaft von Fälschern kopiert wurden. Rund 200 Jahre lang blühte der Handel auf der irischen Insel.

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Tiananmen 02.06.2012
1.
Zitat von sysopN. MolistSchon im Irland des Mittelalters gab es Shoppingcenter - inklusive gefälschter Markenware. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: die ehemalige Piratenstadt Port Royal soll Weltkulturerbe werden und Spuren eines ungewöhnlichen Begräbnisses in Barcelona. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,836506,00.html
Und daraus schließen Sie auf die immer wieder zu beklagende "gesellschaftliche Benachteiligung der Frau"?! Oder ist das schon eine Art pavlow'scher Reflex, sobald bei Frauen etwas anders abläuft als bei Männern? Die Benachteiligung gipfelt ja bekanntlich in der Tatsache, dass Männer sich weigern Kinder zu kriegen. Stöhn.
leser47 02.06.2012
2. wo denn?
Wo steht denn was von Benachteiligung der Frau? Die Reaktion von Tiananmen ist wohl eher ein Reflex nach dem Motto: Da steht irgendwas über das Verhältniss Mann-Frau, da jammer ich doch gleich mal los.
leser47 02.06.2012
3. Korrektur
Muss mich korrigieren, jetzt habe ich es auch gelesen!
Tiananmen 02.06.2012
4. Hallo -
Zitat von leser47Muss mich korrigieren, jetzt habe ich es auch gelesen!
gerade wollte ich mich beschweren. Danke.
Skepsis 02.06.2012
5. Ja und?
Die Annahme, dass mit dem Beginn der Neolithisierung, also der Sesshaftwerdung der Menschen verbunden mit der Entwicklung des Ackerbaus etc., auch eine wachsende gesellschaftliche Stratifizierung und Ungleichheit entstand, hat schon Karl Marx postuliert und wurde seitdem tausendfach diskutiert. Es handelt sich dabei wahrlich nicht um eine neue Erkenntnis. Interessant wäre die Information, wo diese Archäologen ihre Untersuchungen durchgeführt haben - Lössböden gibt es an vielen Orten auf der Welt. Sonst bleibt die Aussage des Artikels völlig allgemein.
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