Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Mit Bodenradar unters Polizeiquartier

Das Randolphfield ist Schauplatz einer der bedeutendsten Schlachten Schottlands - heute steht dort die Polizei-Hauptwache. Forscher suchen dennoch nach frühen Verteidigungsgräben. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: die Federn der Frühmenschen und Wikinger auf Abwegen.


Offenbar haben sich schon Neandertaler gern mit fremden Federn geschmückt - und zwar mit denen von Raub- und Rabenvögeln. Zu diesem Schluss kam ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Clive Finlayson vom Gibraltar Museum. Dazu hatten sie 1699 Fundstellen in ganz Eurasien auf die Spuren des Zusammenlebens von Neandertalern und Vögeln untersucht. Auffällig oft fanden sie Vogelknochen an Orten, an denen Neandertaler sich aufgehalten haben, berichten die Forscher in der Zeitschrift "PLoS One".

Was genau taten die Neandertaler mit den Vögeln? Um dieser Frage nachzugehen, nahmen die Wissenschaftler einige der Fundstellen noch einmal ganz genau unter die Lupe. An den Resten aus drei Höhlen in Gibraltar - der Gorham Höhle, der Vanguard Höhle und der Ibex Höhle - fanden sie eindeutige Schnittspuren von Steinwerkzeugen. Aber mehr als die Hälfte der Knochen stammte von den Flügeln - die besonders fleischarm sind und sich weniger zum Verzehr eignen als etwa Schenkel oder Brust der Tiere.

"Die Aktivität der Neandertaler stand ganz klar im Zusammenhang mit der Entfernung der größten, haltbarsten und ohne Frage optisch auffälligsten Elemente des Gefieders", schreiben die Forscher. Und anscheinend hatten die Neandertaler sogar Vorlieben, was die Farbwahl anbelangte: Die Raub- und Rabenvögel, also Spezies mit dunklem Gefieder, seien klar in der Mehrzahl gewesen.

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spon-facebook-10000363349 18.10.2012

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